Interview: Sehen, wie die Welt wirklich ist

Was treibt einen jungen Menschen an, seinen Job hinzuwerfen und sich auf die große Reise zu begeben? Mein (jetzt ehemaliger) Arbeitskollege Till Dziallas hat seine Stelle als Redakteur bei der Internetworld Business (IWB) gekündigt und ist vor ein paar Tagen nach Indien aufgebrochen. Nachdem ich vergangenes Jahr die erfahrene Globetrotterin Barbara Weibel nach ihren Beweggründen befragen konnte, war das nun die perfekte Gelegenheit mit jemandem ein Interview zu führen, der erst am Beginn seiner auf zunächst sechs Monate angesetzten Reise steht.
Till Dziallas, angehender Globetrotter

Till Dziallas, angehender Globetrotter

Wanderschreiber: Hallo Till, du hast dich dazu entschieden, deinen Job als Redakteur zu kündigen und um die Welt zu reisen. Wo soll es denn hingehen und für wie lange willst du verreisen? Till Dziallas: Nach Indien geht’s. Ich war noch nie in Asien und denke, dass es einige Zeit braucht, um wirklich in Indien anzukommen. Deshalb habe ich mehrere Monate eingeplant. Wie lange genau die Reise geht, weiß ich allerdings noch nicht. Was ist für dich der wichtigste Grund für deine Reise? Indien. Das Land ist schon seit meiner Kindheit ein Traumziel für mich gewesen. Ich möchte einfach sehen, wie es wirklich ist und inwieweit es meinen Vorstellungen entspricht. Außerdem sind Reisen und längere Auslandsaufenthalte immer die lehrreichsten Zeiten für mich gewesen. Kannst du dir vorstellen, für mehrere Jahre um die Welt zu reisen? Bis zu einem Jahr lang zu reisen, könnte ich mir durchaus vorstellen, aber mehrere Jahre am Stück wäre mir wahrscheinlich zu lange.
Till will vor allem alleine reisen

Till will vor allem alleine reisen

Reist du alleine oder mit jemandem zusammen? Und hast du früher schon Fernreisen unternommen? Ich treffe in Goa einen Freund, der regelmäßig in Indien ist, anschließend werde ich die Reise alleine fortsetzen. Während meines Studiums war ich ein Vierteljahr in Ecuador, wo ich in einer Schule gearbeitet habe. Das war bisher meine weiteste Reise. Macht es dir eigentlich keine Angst, deine sichere Festanstellung hinzuschmeißen? Gerade in der Medienbranche ist es ja nicht gerade leicht, einen festen Job zu bekommen. Natürlich mache ich mir darüber Gedanken und mir ist die Entscheidung nicht leicht gefallen. Aber es war mir sehr wichtig, diese Reise zu unternehmen und ich wollte es nicht irgendwann bereuen, die Gelegenheit nicht ergriffen zu haben. Wie finanzierst du deine Reise? Nur aus Ersparnissen oder hast du vor, unterwegs auch Geld zu verdienen? Die Reise finanziere ich aus Ersparnissen. Wo hast du dich über deine Reiseziele informiert? Ein paar meiner Freunde und Bekannten sind echte Indienspezialisten und -liebhaber. Die Gespräche mit ihnen waren sehr interessant und hilfreich. Ansonsten habe ich auch Bücher und Reiseführer über das Land gelesen und natürlich informiere ich mich auch im Internet. Hast du Kontakte vor Ort oder schaust du einfach, was auf dich zukommt? Viele Globetrotter lassen sich ja treiben. Außer dem erwähnten Freund habe ich keine Kontakte vor Ort. Ich habe einen grobe Vorstellung, wie die Reiseroute verlaufen soll. Aber im großen und ganzen möchte ich mich treiben lassen, vieles ist vor Ort dann ja doch völlig anders als man es sich vorgestellt hat. Wann geht’s los? Dein Ticket hast du schon? Klar, das Ticket habe ich. Anfang Januar geht’s los. (Anmerkung: Mittlerweile ist Till schon aufgebrochen und in Indien angekommen.) Was nimmst du mit auf deine Reise? Was hältst du für unverzichtbar und was lässt du daheim? Ich wollte so wenig wie möglich mitnehmen. Ein Bekannter erzählte mir, er sei das erste Mal nur mit einem kleinen Rucksack in Indien gewesen. Bei mir ist es nun doch ein etwas größerer Rucksack geworden. An Kleidung habe ich nur das Nötigte mitgenommen und werde mich bei Bedarf vor Ort eindecken. Ansonsten: Sonnencreme, Moskitoschutz, ein paar Medikamente, ein kleiner Schlafsack und mein Netbook. Die Gitarre habe ich schweren Herzens zu Hause gelassen. Letzte Frage: Was glaubst du, macht einen echten Globetrotter aus? Ich denke ein Globetrotter möchte die Länder, die er bereist, und ihre Bewohner wirklich kennenlernen - und sich nicht nur in einem schönen Hotel entspannen. Er ist bereit, dafür auf den gewohnten Komfort zu verzichten. Und er verliert nie die Neugierde. Es macht ihm Spaß, sich immer wieder auf Neues einzulassen.

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