Icebreaker MerinoLoft Helix Zip – Recycle-Jacke für Winteraktivitäten

Die MerinoLoft Helix Zip-Jacke von Icebreaker im Einsatz

Die MerinoLoft Helix Zip-Jacke von Icebreaker im Einsatz

Vor über 20 Jahren kam Jeremy Moon auf die verrückte Idee, Funktionsunterwäsche aus Merionwolle herzustellen. Seine Shirts und Hosen würden nicht kratzen, im feuchten Zustand noch wärmen und vor allem auch nicht stinken, egal wie lange man sie trüge, behauptete der Neuseeländer. Vor allem dieses „No-Stink“-Versprechen brachte seinem Unternehmen „Icebreaker“ den Durchbruch, denn es ist tatsächlich nicht nur ein Marketing-Gag. Ich verwende auf Reisen schon seit längerem die Wollwäsche der „Kiwis“ und kann diese Behauptung nur bestätigen: Selbst nach drei Wochen Island war zumindest meine Unterwäsche noch geruchsfrei. Grund für den „No Stink“-Effekt ist die besondere Wasseraufnahmefähigkeit der Merinowolle. Diese kann bis zu 35 Prozent ihres Gewichts an Feuchtigkeit speichern und schließt sie dabei so ein, dass Bakterien, die ja für die Stinkerei verantwortlich sind, nicht mit ihr in Berührung kommen und sich in der Folge nicht so stark vermehren können. Auf den glatten, elektrisch geladenen Kunstfasern fühlen sich die Bazis im Vergleich wesentlich wohler als auf den schuppigen, ladungsneutralen Wollfäden und sorgen entsprechend für jede Menge müffelnden Nachwuchs. Was mit wollener Unterwäsche anfing, ist mittlerweile eine ganze Kleidungskollektion vom Base Layer bis zur dritten Schicht geworden. Dabei verwendet Icebreaker längst auch andere Materialien als Merinowolle, so auch in der „MerinLoft Helix Zip“-Jacke, die mir die Bergfreunde für einen Test zur Verfügung gestellt haben. Die Jacke erfreut mein grünes Herz nicht nur, weil sie grün ist (was ja meine neue Lieblingsfarbe zu sein scheint), sondern auch, weil sie weitgehend aus Recycling-Materialien besteht. Die Außenhaut ist aus recycelten Polyester gefertigt, die wärmende Isolationsschicht zu 88 Prozent aus recycelter Merinowolle. Nur das Futter ist zu 100 Prozent aus neuer Wolle und stammt nicht aus der Wiederverwendung. Erster Eindruck
Das Futter der MerinoLoft Helix Zip-Jacke von Icebreaker ist zu 100 % aus neuer Wolle.

Das Futter der MerinoLoft Helix Zip-Jacke von Icebreaker ist zu 100 % aus neuer Wolle.

Meine Testjacke wurde in der Farbe „Pine“ geliefert, einem dunklen Grün (meiner neuen Lieblingsfarbe, ich sagte es schon). Die Krageninnenseite, der Frontzipper sowie die Reißverschlüsse der beiden Außentaschen kontrastieren dazu in Gelb. Die Farbkombi ist sicher Geschmackssache. Mir gefällt sie auf jeden Fall, genauso wie das kuschlige graue Wollinnenfutter. Im Inneren gibt es noch eine kleine Tasche für Geldbeutel, Handy oder iPod. Dank einer Durchführung für das Kopfhörerkabel kann man auch bei geschlossenem Reißverschluss Musik zu hören. Warum der allerdings in Orange abgesetzt ist, erschließt sich mir nicht so ganz. Außen ist die Jacke im Schulterbereich und an den Ärmeln abgesteppt, vorne und hinten ansonsten glatt. Ein Stretcheinsatz unter den Armen sorgt für mehr Beweglichkeit und bessere Belüftung. Aus dem gleichen Stretch-Material sind auch die Bündchen. Sie sind mit Daumenschlaufen versehen, was ich sehr praktisch finde. Steckt man die Daumen durch, wird das Hochrutschen der Bündchen verhindert, so dass der empfindliche Handgelenkbereich immer warm bleibt. Auf dem linken Ärmel befindet sich außerdem ein Silbern abgesetztes Symbol, dessen Bedeutung sich mir bisher nicht erschlossen hat. Von der Größe her fällt die Jacke normal aus. Ich habe sie in meinem üblichen „L“ bekommen und sie passt einwandfrei. Die Ärmel sind allerdings recht lang geschnitten, was mir mit meinen Schimpansenschlenkern aber ganz gut zupass kommt. Mit knapp 500 Gramm bei Größe L ist die Helix kein Ultraleichtgewicht. Auch das Packmaß kann nicht ganz mit dem einer Daunen- oder Primaloft-Jacke mithalten. Da die Wollfaser keine nennenswerte Bauschkraft entwickelt, lässt sie sich kaum komprimieren. Dafür läuft man auch nicht so aufgeplustert durch die Gegend wie mit einer Daunenjacke und ist wesentlich beweglicher. Praxis Ich habe die Helix in einem einwöchigen Urlaub im Bayerischen Wald getestet. Leider war uns das Wetter wieder einmal nicht hold, und so konnte die Jacke ausgiebig ihre vom Hersteller versprochene wasserabweisende Fähigkeit unter Beweis stellen. Den Test hat sie absolut bestanden, auch wenn sie sicher nicht für Dauerregen gemacht ist. Auch für die MerinoLoft-Produkt verspricht der Hersteller im Übrigen Geruchsneutralität. Einen Dauertragetest habe ich nicht gemacht, um diese Aussage zu überprüfen. Ich halte das aber bei einer Außenjacke auch für wesentlich weniger wichtig als bei Unterwäsche. Vom Hersteller wird die Jacke in den Bereich „Mid Layer“ eingeordnet, ist also eher als Zwischenschicht zu tragen. Ich würde sie allerdings weniger als Fleece-, denn als Softshell-Ersatz sehen – und in dieser Funktion macht sie ihre Sache hervorragend, gerade in den Verhältnissen, die für unsere Winter wohl typisch werden: einstellige Temperaturen um den Gefrierpunkt und mehr oder weniger Nässe von unten und oben. Bei winterlichen Aktivitäten wie Schneeschuhwandern oder Tourengehen ist sie die optimale Begleiterin, nicht zu warm, sehr atmungsaktiv und doch genügend isolierend, so dass man in den Pausen nicht gleich auskühlt. Nur für sehr kaltes Wetter mit zweistelligen Minusgraden oder bei Outdoor-Aktivitäten mit wenig Bewegung wie Tierbeobachtungen oder Eisangeln ist sie nicht warm genug. Da muss dann doch wieder die gute alle fluffige Daunenjacke herhalten. Meine Bewertung im Überblick: + guter Softshell-Ersatz bei einstelligen Plus- / Minustemperaturen + warm und trotzdem luftig + trägt viel weniger auf als eine Daunenjacke + unempfindlich gegen Nässe wie Schneefall oder leichten Nieselregen + durchdachte Details (Daumenschlaufen, Kinnschutz, Durchführung für Kopfhörerkabel in der Innentasche) - nicht ganz so leicht und komprimierbar wie eine Daunen- oder Primaloft-Jacke - für die Wärmeleistung vergleichsweise schwer Fazit Die MerinoLoft Helix Zip ist eine sehr angenehm zu tragende Jacke für nicht allzu kaltes Wetter. Ihr Einsatzgebiet beschränkt sich nicht nur auf den Winter. Bei mir wird sie sicher auch an kühlen Frühlings- und Herbsttagen zum Einsatz kommen. Die Jacke ist in vier verschiedenen Farben erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung des Hersteller liegt bei knapp 200 Euro. Noch immer unsicher, ob die Jacke das richtige für dich ist? Weitere Tests findest bei minimulis.de und gipfelfieber.de. Weitere Bilder:

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