Marmot Precip Full Zip – Empfindlicher Regenschutz für die Beine

 
Die Regenhose Marmot Precip Full Zip im Einsatz. Den Regen muss man sich dazu denken. Foto: Peter Brützel

Die Regenhose Marmot Precip Full Zip im Einsatz. Den Regen muss man sich dazu denken. Foto: Peter Brützel

Meine alte Regenhose wurde so langsam undicht und so musste Ersatz her – schließlich will ich auch nach einer dreiviertel Stunde Radfahren im Regen trocken im Büro ankommen. Auf Wander- oder Trekkingtouren ist ein Beinschutz ebenfalls äußerst praktisch und auch beim Birden hat man das Wetter nicht immer im Griff, wie man am Beispiel unserer Varanger-Reise gut sehen kann. Schließlich schmeiße ich mich beim Fotografieren gerne mal ganzkörpermäßig in den Dreck, eine weitere Tätigkeit, die ich gerne beingeschützt ausübe. Es stellt sich zunächst die Frage, welche Modelle in die engere Wahl kommen. Die Einsatzzwecke habe ich schon skizziert: Die Hose muss alltagstauglich sein, robust genug für den Einsatz am Berg und auf dem Rad und trotzdem noch so leicht, dass man sie immer dabei haben kann. Wichtig war mir außerdem, dass man auch mit klobigen Bergstiefeln gut rein- und wieder rauskommt. Nichts ist unangenehmer als eine Regenhose mit schlammverkrusteten Schuhen anziehen zu müssen und dann den ganzen Matsch an der Hose kleben zu haben – innen, versteht sich. Ach ja, ganz vergessen: wasserdicht und „atmungsaktiv“ (sprich: wasserdampfdurchlässig) sollte sie natürlich auch sein. In Frage kamen damit 2,5- und 3-Lagen-Hosen. Ganz leichte Modelle mit Gore-Tex Paclite schloss ich aus, auch wenn z. B. Jens vom Hiking-Blog mit seiner Gore-Tex Paclite Shell Pant von Berghaus gute Erfahrungen gemacht hat. Die Membran soll aber nicht abriebfest genug sein, um das Scheuern am Fahrradsattel über längere Zeit, sprich: Hunderte von Kilometern zu vertragen. Auch nur beschichtete Materialien schloss ich aus, da diese meist wenig Feuchtigkeit nach außen lassen, und ob ich nass vom Schweiß bin oder nass vom Regen ist dann auch schon egal (obwohl ich letzteres sogar vorziehe, wenn ich’s mir recht überlege). Meine Wahl fiel schließlich auf die Marmot Precip Full Zip, die auch schon vom Luftschubser positiv getestet wurde. Ausschlaggebend war unter anderem, dass die Hose in unterschiedlichen Längen angeboten wird. Ich bin ein typischer Sitzriese – lange Beine, kein Oberkörper. Deshalb passen mir viele Hosen in Standardgrößen nicht. Entweder es schlabbert oben rum (obwohl ich kontinuierlich an der Vergrößerung meines Körperumfangs arbeite) oder die Hose hat Hochwasser, was bei einer Regenhose dann zwangsläufig zu demselben in den Schuhen führt. Die Precip Full Zip in L Long, die mir die Bergfreunde für einen Test zur Verfügung gestellt haben, passt dagegen von der Beinlänge perfekt. Erster Eindruck
Macht nicht wirklich einen schlanken Fuß: Die Marmot Precip Full Zip

Macht nicht wirklich einen schlanken Fuß: Die Marmot Precip Full Zip

Die Hose wirkt etwas voluminös und steif, was zum einen daran liegt, dass sie recht weit und gerade geschnitten ist und keine vorgeformte Kniepartien hat. Die langen, groben Reißverschlüsse tragen natürlich auch ihren Teil bei. Sie sind nicht wasserdicht, aber durch eine Lasche vor Regen geschützt. Wie der Name „Full Zip“ schon andeutet, kann man sie komplett öffnen, was das Anziehen der Hose besonders komfortabel macht. Die Weite an den Beinen lässt sich über Tankas und Gummizüge verstellen. Am Bund gibt es zwar ein eingenähtes Gummiband, trotzdem sitzt zumindest bei mir die Hose zu locker.  Immerhin kann man sich mit den seitlichen Klettverschlüssen behelfen, die eigentlich zur Abdeckung der Reißverschlussenden gedacht sind, sich aber zur Weitenregulierung des Bundes zweckentfremden lassen. Die Hose verfügt über eine Gesäß- und zwei Fronttaschen, die jeweils mit einem Netzfutter und Reißverschlüssen ausgestattet sind. Über die Sinnhaftigkeit von Taschen in einer Regenhose kann man geteilter Meinung sein. Ich halte sie bei durchgängigen Reißverschlüssen eigentlich für überflüssig, da man ja leicht durch Öffnen des Reißverschlusses an die Taschen der darunter getragenen Hose kommt. Wenn man keine Wanderhose drunter trägt, sind die Taschen natürlich praktisch, auch wenn die Anordnung der vorderen Taschen ein wenig seltsam anmutet. Sie öffnen nämlich nicht wie üblich nach oben oder hinten, sondern schräg nach vorne. Praxis Ich habe die Hose auf einer zweiwöchigen Norwegenreise, auf dem Rad beim Weg zur Arbeit und auf Wanderungen in den Alpen getestet. Wind und Regen werden zuverlässig abgehalten. Die Atmungsaktivität ist akzeptabel, wenn auch nicht auf dem Niveau einer Dreilagenmembran, wie der direkte Vergleich zeigt: Während es auch bei größerer körperlicher Anstrengung unter der Berghaus Antelao II mit Gore-Tex-Pro-Membran „oben rum“ noch angenehm trocken blieb, wurde es „unten rum“ an den Beinen unter der Marmot Precip Full Zip schon von innen feucht. Was mich allerdings gar nicht begeistert hat, ist die Empfindlichkeit des Oberstoffs. Schon bei der ersten kleinen Felsberührung riss ich mir ein kleines Loch in die Hose. Die Membran war nicht perforiert, so dass die Funktion nicht wesentlich eingeschränkt ist, dennoch hätte ich mir hier mehr Robustheit erwartet. Meine Bewertung im Einzelnen: + leicht an- und auszuziehen dank durchgehender Reißverschlüsse + zuverlässiger Wetterschutz + akzeptables Klima, gut über die Reißverschlüsse zu belüften - empfindlicher Oberstoff - insgesamt ein wenig steif und voluminös Fazit Die Marmot Precip Full Zip bietet mit einem UVP von 90 Euro ein gutes Preis-Leistung-Verhältnis, hält trocken und ist nicht allzu schwitzig. Für harte Einsätze ist sie allerdings nicht gemacht, dafür ist der Oberstoff zu empfindlich. Weitere Bilder:

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