Schon seit einigen Jahren beschäftige ich mich mit Ultraleicht-Ausrüstung. Die Idee, praktisch ohne Gepäck durchs Gelände zu hüpfen, fasziniert mich – auch wenn ich in der Realität dann doch wieder mit 20 kg auf dem Rücken durch die Pampa keuche. Die Balance zwischen Gewicht auf der einen und Komfort, Sicherheit und Robustheit auf der anderen Seite, ist eben nicht so einfach, wie auch Ultraleicht-Spezialist Carsten Jost im Wanderschreiber-Interview bestätigt hat.
Dem Ultraleicht-Ideal schon ziemlich nahe kommt die DownMat UL 7 von Exped, die mir die Bergfreunde für meine Island-Reise zur Verfügung gestellt haben. Die Luftmatratze wiegt nur knapp 600 Gramm und nimmt im zusammengerollten Zustand kaum mehr Platz als eine Zwei-Liter-Flasche weg. Dabei bietet sie mit einem R-Wert von 5,9 eine extrem hohe Isolation, die auch für Arktistouren ausreichen würde. „Ich hab doch einen Super-Schlafsack, was juckt mich da der R-Wert der Isomatte?“, wird jetzt der eine oder andere denken. Falsch gedacht, denn der beste Schlafsack nutzt nichts, wenn man draufliegt. Durch das Eigengewicht drückt man nämlich die Daunen auf der Unterseite des Schlafsacks platt, was dessen Funktion als Wärmespeicher erheblich reduziert. Vor der Bodenkälte schützt deshalb fast nur die Matte.
Die hohe theoretische Isolationsleistung der DownMat bestätigt sich in der Praxis. In Island herrschten während meines Aufenthaltes nachts meist Temperaturen von 5 bis 10° Celsius, kalt war mir dabei nie. Unter ähnlichen Bedingungen habe ich bei einer Trekkingtour in Lappland dagegen gefroren wie ein Schneider. Ich hatte denselben Schlafsack dabei, aber mit der Z-Lite von Thermarest eine wesentlich schlechter isolierende Isomatte mit einem R-Wert von nur 2,2.
Ebenfalls wesentlich schlechter war der Schlafkomfort. Mir taten auf der Z-Lite nach kürzester Zeit die Knochen weh und ich befand mich des nachts meist in einer ständigen Rotationsbewegung um meine Längsachse – immer auf der Suche nach einer halbwegs bequemen Schlafposition.
Ganz anders auf der DownMat: Hier muss ich aufpassen, dass ich nicht ins Schwärmen gerate, sonst wirft man mir noch mangelnde Objektivität vor. Also: Der Schlafkomfort auf der DownMat ist traumhaft. Er kann es meines Erachtens mit so manchem Hotelbett aufnehmen. Einzige Bedingungen für einen angenehmen Schlaf: Man muss den richtigen Füllgrad für die DownMat finden. Pumpt man sie zu wenig auf, liegt man durch, wenn man sie richtig vollknallt, kann man zum Schlafen genauso gut ein Brett nehmen.
Womit wir bei einem der Schwachpunkte des Prinzips Luftmatratze wären: Die DownMat muss man aufblasen. Das sollte man tunlichst nicht mit dem Mund machen, da sich die Feuchtigkeit der Atemluft in den Daunen niederschlägt, was langfristig die Matte zerstören kann, wenn die Füllung zu schimmeln beginnt. Exped liefert deshalb einen Pumpsack mit, den „Schnozzel“. Der funktioniert wie ein wasserdichter Packsack. Er hat eine große Öffnung mit Rollverschluss auf der einen und einen kleinen Schnorchel mit Ventil auf der anderen Seite, mit dem er sich am Ventil der Isomatte andocken lässt. Zum Pumpen vollführt man nun mit dem geöffneten Packsack eine Aufwärtsbewegung, rollt den Verschluss ein und drückt dann die gefangene Luft über das Ventil in die Matte. Hört sich kompliziert an – und ist es auch. Vor allem in so einer engen Dackelgarage wie meinem Vela I, geht die ganze Prozedur nicht ohne Verrenkungen ab. Die Zuführung zur Matte legt sich außerdem gerne in Falten, so dass keine Luft mehr durchkommt. Auch mit etwas Übung gelang es mir nie, die Matte mit nur zwei Schnozzel-Füllungen aufzublasen wie Exped das angibt. Mehr als fünf Minuten dauerte die Prozedur aber schließlich auch nicht.
Weil die DownMat UL eine ziemlich dünne Luftmatratze ist, muss man sie außerdem deutlich pfleglicher behandeln als eine feste Schaumstoffmatte. Selbst winzige Löcher sorgen dafür, dass die Luft raus und die Funktion weg ist. Immerhin liefert Exped ein Reparaturset mit. Ich habe es zum Glück nicht gebraucht, kann also nichts darüber sagen, wie realistisch eine Reparatur unterwegs ist. Für die Überwinterung sollte man der DownMat übrigens einen luftigen, trockenen Platz gönnen, wo sie ausgebreitet ruhen kann, sonst leidet die Funktion und das Dauneninnenleben kann zu schimmeln anfangen.
Fazit
Die DownMat UL 7 ist eine sehr empfehlenswerte Matte, die meiner Ansicht nach ein gutes Verhältnis von Gewicht, Packmaß und Isolationsleistung bietet. Das stärkste Kaufargument ist für mich aber der unglaublich gute Schlafkomfort. Richtig aufgepumpt ist die DownMat in dieser Beziehung einfach klasse. Der Luxus hat allerdings seinen Preis: Mit 140 Euro reißt die Daunen-Luftmatratze ein ziemliches Loch in die Urlaubskasse.



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