Schon lange wollte ich mir eine Softshellhose zulegen, aber irgendwie habe ich nie das Passende gefunden – und das im wahrsten Sinne des Wortes: Die meisten Hosen, die ich anprobiert habe, waren zu kurz. Ich bin nämlich ein typischer Sitzzwerg: lange Beine, kurzer Oberkörper. Das nervt nicht nur im Flugzeug ganz gewaltig, sondern eben auch beim Hosenkauf.
War ein Modell ausnahmsweise lang genug, scheuerte es irgendwo oder machte eine besch … eidene Figur. (Bevor jetzt irgendwelche Kommentare kommen: Das lag selbstverständlich und ausschließlich an der Hose!).
Da ich mich also für keine Softshellhose entscheiden konnte, trug ich jahraus, jahrein meine Fjällräven Barents. Egal ob auf dem Padjelantaleden oder dem Alsek River Trail, im Yukon oder in Alaska und natürlich auch bei unseren Wanderungen in den Alpen – immer war die Buchse dabei. Das sieht man der Hose mittlerweile auch an. Das gute Stück ist in die Jahre gekommen. Außerdem ist die Pflege recht aufwendig: Nach jeder Wäsche muss man das Ding mit Grönlandwachs einreiben und bügeln – und dabei bügle ich noch nicht mal meine Hemden. Auch wenn ich das Einwachsen mittlerweile besser im Griff habe, seit mir Fjällräven im vergangenen Jahr auf der Outdoor den „Maustrick“ verraten hat, lässt die Hose Wünsche offen, vor allem was die Beweglichkeit angeht. Wenn man einen großen Schritt machen muss, dann kneift es doch ziemlich in demselben.
Da traf es sich gut, dass mir die Bergfreunde die Salewa-Softshellhose Terminal DST Pant für einen Test zur Verfügung stellten. Die gibt es nicht nur in normalen, sondern auch in kurzen und langen Frauen- und Männer-Größen, für all die SitzzwergInnen und -riesInnen unter uns. Allerdings musste ich das erste Testmuster gleich wieder zurück schicken. In Größe 98, in der mir eigentlich alles passt, konnte ich in der Hose zwar aus- aber leider nicht wieder einatmen – Softshell hin oder her. Größe 102 passte dann wie angegossen, obwohl auch die wenig Spielraum für allzu heftige Gewichtsschwankungen nach oben bietet. Es empfiehlt sich also, die Hose mindestens eine Nummer größer zu bestellen – oder besser gleich zwei, denn enger stellen lässt sich die Hose dank des mitgelieferten Gürtels problemlos. Alternativ kann man natürlich auch vor der Bestellung 6 bis 8 Wochen nichts essen, und sich so in die Salewa hinein hungern.
Hat man die passende Größe gefunden, dann allerdings kneift bei der Salewa Terminal DST nichts. Das Softshell-Material Durastretch, aus dem die Hose besteht, ist nämlich überaus dehnbar. Es ist darüber hinaus laut Hersteller auch sehr abriebfest. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die Robustheit des Materials mit Fjällrävens G1000 mithalten kann.
Die Hose sitzt nicht nur gut, sie sieht in der Farbe „Carbon“ mit den schwarz abgesetzten Gesäßpartien und den schwarzen Einsätzen auf der Vorderseite auch gut aus. Allerdings spürt man die Nähte dieser abgesetzten Teile, was ein wenig gewöhnungsbedürftig ist. Obwohl die Hose recht dünn ist, trägt sie sich auch dann noch angenehm, wenn die Temperatur auf einstellige Plusgrade fällt. Auch Wind macht der sehr dichten Hose nichts aus. Für diese Eigenschaften war ich bei meinen Tests über die Osterfeiertage sehr dankbar, die ja bekanntlich nicht nur ins Wasser, sondern bei uns in München sogar in den Schnee fielen.
Apropos Wasser: auch das perlt dank „WR Finish“ zuverlässig von der Hose ab, leichtere Schauer kann man also ohne zusätzliche Regenhose gut überstehen. Wie dauerhaft die Imprägnierung ist, muss sich noch zeigen. Eine erste Wäsche hat sie auf jeden Fall funktionstüchtig überstanden. Auf die Dauer wird man die Hose aber doch nachimprägnieren müssen, was ja völlig normal ist.
Gut gefallen haben mir auch die Reißverschlüsse an allen Taschen, die Geldbeutel und Schlüssel am Mann halten, selbst wenn der Bewegungsspielraum der Hose bis zum Extrem ausgenutzt wird. Allerdings vermisse ich eine größere Tasche am Bein für die Wanderkarte. Die kann ich ja schlecht die ganze Zeit in der Hand halten oder auswendig lernen.
Positiv aufgefallen sind mir dagegen die Beinabschlüsse, die sich mit integrierten Tankas festzurren lassen. Ob das gegen meine schlimmsten Feinde, die Zecken hilft, muss ich erst noch ausprobieren. Weniger glücklich bin ich über den rascheligen Oberstoff. Man legt sich schnell einen breitbeinigen Cowboy-Gang zu, denn wenn die Hosenbeine aneinander reiben, entsteht ein gehöriger Lärm. Die ideale Hose für Jäger also – zumindest aus Sicht von Fuchs, Reh und Hase.
Insgesamt ist die Salewa Terminal DST aber eine empfehlenswerte leichte und mit einem Preis von knapp 100 Euro erschwingliche Softshellhose für das ganz Jahr, die eine uneingeschränkte Bewegungsfreiheit bietet. Wer in der Salewa keinen Spagat hinbekommt, kann es wirklich nicht auf die Hose schieben.




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