Lightroom: Objektivkorrekturen automatisieren

Lightroom unterstützt seit Version 3 Objektivkorrekturen, mit denen der Fotograf Verzerrungen einzelner Bilder durch das verwendete Objektiv entfernen kann. Wer mehr als nur eine Handvoll Fotos auf einmal bearbeiten will, findet diese Funktion aber meist nicht. So geht's.
Objektivkorrektur in Lightroom

Objektivkorrektur in Lightroom

Weil sich die „Objektivkkorrektur“ im Modul „Entwickeln“ befindet, kann man sie immer nur für das gerade ausgewählte Foto aktivieren. Im Folgenden beschreibe ich, wie man die Objektivkorrektur nachträglich ausführt und wie man sie für künftige Importe als Standard festlegt. Objektivkorrektur nachträglich ausführen Eine Objektivkorrektur umfangreicher Fotosammlungen mit Lightroom lässt sich am einfachsten über eine „Vorgabe“ (englisch: Preset) erledigen. Dazu wählen Sie ein beliebiges Foto aus, wechseln in das „Entwickeln“-Modul und entfernen zunächst alle bisherigen Bearbeitungen mit einem Klick auf „Zurücksetzen“. Dann setzen Sie unter „Objektivkorrekturen“ das Häkchen bei „Objektivkorrekturen aktivieren“. Lightroom liest das verwendete Objektiv aus den Exif-Daten des Bildes aus und führt die Korrektur durch. Eine Liste der von Lightroom unterstützten Objektive findet sich bei Adobe. Nun erstellen Sie eine neue „Vorgabe“. Klicken Sie dazu auf das Pluszeichen links neben „Vorgaben“ und vergeben als „Vorgabenname“ etwa Objektivkorrektur. Danach klicken Sie auf „Nichts auswählen“ und markieren „Objektivkorrekturen“, so dass dort alle vier Häkchen gesetzt sind. Speicher Sie die „Vorgabe“ mit „Erstellen“. Nun markieren Sie mehrere Fotos in der „Bibliothek“ und wählen dann in der „Ad-hoc-Entwicklung“ die erstellte neue „Vorgabe“ mit dem Namen „Objektivkorrektur“ aus. Fertig. Objektivkorrektur als künftigen Standard festlegen Auf Dauer ist es natürlich lästig, die Korrektur immer erst nachträglich auszuführen. Aber auch das lässt sich leicht ändern. Wählen Sie wieder ein beliebiges Bild aus und klicken Sie auch diesmal zuerst auf „Zurücksetzen“. Setzen Sie dann im „Entwickeln“-Modul das Häkchen bei „Profilkorrekturen aktivieren“ und wählen Sie anschließend über das Menü oben links „Entwickeln, Standardeinstellungen festlegen…“ aus. Klicken Sie dann auf „Auf aktuelle Einstellungen aktualisieren“. Dadurch ändert Lightroom das Profil für die Kamera, mit der Sie das Foto aufgenommen haben. Wenn Sie mit mehreren Kameras arbeiten, führen Sie diesen Schritt mit Bildern jeder verwendeten Kamera aus. Bei künftigen Importen erledigt Lightroom die Objektivkorrektur dann automatisch. Das kann auf langsamen Rechnern aber zu einem Performance-Einbruch führen, weil ja jedes einzelne Bild bearbeitet werden muss. In diesem Fall setzen Sie die Änderung über „Entwickeln, Standardeinstellungen festlegen…“ und einen Klick auf „Adobe-Standardeinstellungen wiederherstellen“ zurück.

11 comments to Lightroom: Objektivkorrekturen automatisieren

  • Tobias Heyl

    Dieser Tip ist Gold wert – vielen Dank!
    Das erspart mir in der Tat eine gaaaanze Menge Arbeit, und dabei ist es so schnell getan.

  • Michael

    Danke für das gute Tutorial, hat mir sehr geholfen.

  • kunstbanause

    hi,
    danke erstmal.
    trotzdem eine Frage: was passiert, wenn in dem Ordner (in dem alle Bilder nachträglich objektivkorrigiert werden sollen) schon ad-hoc-entwicklungseinstellungen eingestellt wurden? Gehen die verloren?

  • Ich weiß jetzt nicht genau, was du mit Ad-hoc-Einstellungen meinst, aber generell ist es so, dass Lightroom weitere Änderungen an einem Foto hinzufügt und keine dafür überschreibt. Im Zweifelsfall: Einfach mal ausprobieren. Lässt sich ja alles wieder rückgängig machen.

  • Vielen Dank für den – sehr hilfreichen – Lightroom-Tipp. Ich stoße dabei allerdings auf ein kleines Problem, vielleicht kannst du mir helfen 🙂

    Nachdem ich wie du beschrieben hast vorgegangen bin, werden sämtliche Fotos nur auf das Objektiv korrigiert, das ich als „Vorlage“ angewählt habe. Soll heißen: Ich korrigiere eine Fotografie mit den Lightroom-Werten eines „70-300mm“-Objektivs, wende die neu erstellte Vorlage danach auf alle Bilder an und muss leider feststellen, dass auch sämtliche Bilder, die z.B. mit einer 50mm Festbrennweite geschossen wurden, nun das 70-300-Profil aufweisen.

    Kennst du eine Lösung, die es ermöglicht, beim Import eine Vorgabe anzuwenden, die sinngemäß sagt: „Füge bei allen Fotos eine Objektivkorrektur, passend zum verwendeten Objektiv durch“ ?

    Viele Grüße und besten Dank schon einmal
    Christian

  • Wahrscheinlich hast du beim Zuweisen der Profilkorrektur nicht nur das Häkchen bei „Profilkorrekturen aktivieren“ gesetzt, sondern dann auch noch das Objektiv manuell ausgewählt. Schau einmal, was neben „Einrichten“ steht. Hier sollte „Auto“ oder „Standard“ stehen, nicht „Benutzerdefiniert“. Versuche mal im Entwickeln-Modus, Einrichten auf „Auto“ zu stellen und dann wieder die Standardeinstellungen zu aktualisieren. Du kannst aber auch die Objektivkorrektur in einer eigenen Einstellung speichern und beim Import zuweisen. Dazu wählst du im Importdialog unter „Während des Importvorgangs anwenden“ neben „Entwicklungeinstellungen“ deine gespeicherte Einstellung aus. Dieses Vorgehen hat außerdem den Vorteil, dass sie für alle Kameras gilt und nicht nur für einzelne Modelle.

  • madkaz

    Super, danke.

  • Sophie

    Kurz gefragt, klickt man nur die Profil-Korrektur an oder auch die anderen Felder wie chromatische Aberrationen? Zudem, wenn man die Profil-Korrektur schon beim Import durchführen lässt, dann erhält jedes Bild bereits das Symbol, dass man es bearbeitet hat. Lässt sich das irgendwie umgehen? Denn bisher schaue ich bei größerer Bilder-Anzahl auch danach, welches ich schon bearbeitet habe (um den Überblick zu wahren)
    Danke.

  • Pierre

    super, das hilft. Vielen Dank

  • Wolfgang

    Danke für den Tipp, der auch im Jahr 2016 noch interessant ist und was ebenso wichtig ist vor allem funktioniert und dem geplagten .LR Anwender einige Mausklicks erspart. Wenn man nämlich in LE zuschneidet und weiter korrigiert, indem die zahlreichen Schieberegler abwechselnd nach links und rechts und wieder zurückgeschoben werden, um dann wenn man endlich unten angekommen ist die Objektivfehler rausrechnen lässt, um dann im Bild festzustellen, das der Beschnitt nicht mehr so ist wie er sein sollte. Vielleicht legt Adobe den Punkt ja mal nach oben. Dann wäre der tip ggf. überflüssig. Es sei denn, man ist so wie ich von Natur aus faul, dann lässt man das Programm schuften.

    Viele Grüße Wolfgang

  • […] korrigiert werden. Lightroom 5 bietet dafür beispielsweise die Funktion Profilkorrekturen (Objektivkorrekturen) […]

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