Suunto Core: Im Kern eine gute Outdoor-Uhr

Schon länger habe ich mich für die Suunto Core interessiert. Die Outdoor-Uhr hat praktische Funktionen wie einen elektronischen Kompass, ein Barometer und einen Höhenmesser, die man unterwegs gut gebrauchen kann. Allerdings ist sie recht klobig und kostet mehrere Hundert Euro. Nun hat sich die Gelegenheit für einen Test ergeben. Dabei hat die Uhr Stärken gezeigt, aber auch Schwächen.

Bedienung

Die Bedienung ist simpel und lässt sich schnell lernen. Trotzdem lohnt sich ein Blick in die Anleitung, um auch wirklich jede der vielen Funktionen zu entdecken.
Verteilung der Bedienknöpfe an der Suunto Core

Verteilung der Bedienknöpfe an der Suunto Core
Bild: Suunto

An der Uhr befinden sich fünf Knöpfe. Die Schaltfläche in der Mitte rechts nennt sich „Mode“ und dient zum Wechseln zwischen den drei Funktionsarten Time, Alti & Baro (Höhenmesser) sowie Kompass. Die Taste „View“ liegt links unten und ermöglicht die Auswahl verschiedener untergeordneter Funktionen. Im Modus Time kann man damit zum Beispiel zur Stoppuhr wechseln oder sich Sonnenauf- und -untergang anzeigen lassen. Der Knopf oben links dient zum Starten oder Stoppen eines Vorgangs, also beispielsweise einer Zeitmessung mit der Stoppuhr oder einer Höhendifferenzmessung. Die Plus-Taste oben rechts setzt den aktuellen Wert auf null zurück. Ein längeres Drücken der „Mode“-Taste öffnet das Menü. Anschließend scrollt man mit den beiden Knöpfen rechts oben und unten bequem durch die Einstellungen. Die mittlere Schaltfläche dient zur Auswahl, die „Start Stop“-Taste oben links als Escape-Funktion. Hier kann man zum Beispiel auch einen Referenzort für den angezeigten Sonnenauf- und -untergang auswählen. Ein GPS-Modul hat die Uhr ja nicht. Eine Tastensperre lässt sich durch längeres Drücken von „Light“ unten rechts aktivieren und deaktivieren. Die Uhr zeigt bei aktivierter Tastensperre ein kleines Schlosssymbol an. Aber eigentlich braucht man die Sperre nicht.

Barometer und Höhenmesser

Höhenmesser in der Suunto Core

Höhenmesser in der Suunto Core

Nun aber zu den Kernfunktionen. Der Barometer in der Suunto Core berechnet aus dem Luftdruck die aktuelle Höhe über dem Meer. Weil der Luftdruck aufgrund von Wetterveränderungen aber schwankt, sollte die Uhr immer wieder mit einer bekannten Höhenangabe kalibriert werden. Das kann zum Beispiel ein Eintrag auf der Wanderkarte, ein Schild mit Höhenangabe am Wegesrand oder eine andere möglichst genaue Information sein. Um die aktuelle Höhe einzustellen, wechselt man mit der „Mode“-Taste zunächst in den Modus Alti & Baro. Ein längerer Druck auf „View“ und dann die Auswahl von „Referenz“ sowie „Höhe“ führen zum Einstellmenü. Will man die Uhr zur Wettervorhersage benutzen, muss man vom Höhenmesser auf das Barometer umschalten. Dazu drückt man im Alti & Baro-Modus wieder länger auf die „View“-Taste und wählt dann „Profil, Barometer“ aus. Anschließend zeigt die Uhr den aktuellen Luftdruck sowie einen Trendpfeil an. Weist er nach oben, bessert sich das Wetter. Nach unten kündigt eine Wetterverschlechterung an, während ein gerader Pfeil auf stabiles Wetter hindeutet. Außerdem lässt sich eine Sturmwarnung aktivieren. Hier schlägt die Uhr dann Alarm, wenn innerhalb der letzten drei Stunden der Druck stark abgefallen ist.

Fehlerhafte Messungen

Sprunghafte Änderungen beim Barometer

Sprunghafte Änderungen beim Barometer führten zu einem Fehler in der Höhendifferenzmessung

Bei einer Wanderung auf den Latschenkopf nahe Jachenau hat der Höhenmesser allerdings versagt. Ich habe die Uhr zuerst am Parkplatz kalibriert und dann am Gipfel angelangt, die Differenz verglichen. Die Core hat 25 Höhenmeter zu viel angezeigt. Das würde sich vielleicht gerade noch mit einer Veränderung des Luftdrucks erklären lassen. Allerdings war das Wetter an diesem Tag stabil. Während wir neben dem Gipfelkreuz eine Rast machten, legte die Uhr sogar nochmals um zwei Meter zu. Entweder kann ich wie ein Yogi im Sitzen schweben oder die Uhr ist fehlerhaft. Dieses seltsame Phänomen wurde beim Abstieg aber noch übertroffen: Wieder auf dem Parkplatz angelangt, zeigte sie 237 Höhenmeter zu viel an. Auf nebenstehendem Foto sieht man, dass das Barometer verrückt spielte und damit auch die Höhenmessung verfälschte. Ich halte das aber nicht für ein generelles Problem der Core, sondern für einen Fehler des Testexemplars.

Kompass

Die Suunto Core enthält einen elektrischen Kompass, der laut Handbuch ebenfalls vor jeder Benutzung kalibriert werden sollte. Dazu muss man die Uhr waagerecht halten und langsam im Uhrzeigersinn drehen. Eine volle Umdrehung soll etwa 15 Sekunden dauern.
Tipps zur Kompass-Kalibrierung

Tipps zur Kompass-Kalibrierung
Bild: Suunto

Etwas verwirrend ist, dass der Kompass nach einer kurzen Zeit in den Stromsparmodus wechselt. Die Uhr zeigt dann „Kompass starten“ an. Eine erfolgreiche Kalibrierung erkennt man aber nicht. Am besten dreht man sie einfach mehrmals. Wenn man am Start einer Wanderung ist, sollte man sich zum Kalibrieren außerdem ein paar Schritte vom nächsten Auto entfernen. Wer will, kann in der Core auch die Deklination einstellen. Das ist der Unterschied in Grad zwischen dem magnetischen Nordpol, den die Uhr anzeigt, und dem geografischen Nordpol, der bei Landkarten verwendet wird. In der Regel steht er irgendwo in der Legende einer Karte. Wer es genauer wissen will, kann einen Deklinationsrechner im Internet verwenden, wie etwa den vom Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam. Die Core ermöglicht es, die Deklination in Schritten von 0,5 Grad einzustellen. Im Kompass-Modus bietet die Core drei Funktionen: Man kann sich zusätzlich die Uhrzeit anzeigen lassen, die Himmelsrichtung oder man aktiviert die Richtungsverfolgung. Dabei peilt man eine Landmarke an, die man erreichen will, und startet die Richtungsverfolgung. Die Uhr zeigt dann einen Pfeil und die Information an, ob man sich mehr nach links oder rechts halten muss. Das ist nützlich, wenn man etwa in einem dichten Wald unterwegs ist, in dem man keine Orientierungspunkte mehr sieht.

Thermometer

Nur kurz will ich auf die Temperaturanzeige eingehen. Sie hat das gleiche Problem, wie alle Temperaturmesser am Arm: Die Werte werden durch die Körperwärme verfälscht. Man muss die Uhr abnehmen und warten, bis sie die korrekte Außentemperatur anzeigt. Bei einem Test dauerte es 23 Minuten, bis der Wert stimmte. Das ist lästig.
Hinweise zum Batteriewechsel der Suunto Core

Hinweise zum Batteriewechsel der Suunto Core
Bild: Suunto

Eine Min-/Max-Funktion, mit der man etwa automatisch die niedrigste Temperatur nachts im Zelt messen könnte, gibt es nicht.

Batterieleistung

Zur Lebensdauer der Batterie (3V CR2032) kann ich wenig sagen, weil mir die Uhr ja nur für einen Test geliehen wurde. Immerhin kann man die Batterie selbst ohne Spezialwerkzeug tauschen. Angeblich soll die Lebensdauer etwa ein Jahr betragen. Das reduziert sich natürlich, wenn man etwa den Kompass häufiger benutzt. Eine den Batteriestress ersparende Solarladefunktion wie beispielsweise bei der Casio Pauhunri hat die Suunto Core nicht. Thomas hat eine Pauhunri und sagt, dass ihr Akku laut Ladekontrollanzeige selbst im Winter bei normalem Umgebungslicht immer vollgeladen ist.

Fazit

An sich ist die Suunto Core eine gute Outdoor-Uhr. Ob man dafür mehrere Hundert Euro auf den Tisch legen will, muss jeder selbst entscheiden. Der massive Fehler bei der gemessenen Höhendifferenz liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit am vorliegenden Exemplar. Andere Wanderer berichten von einer deutlich akzeptableren Differenz von vielleicht 10 Metern auf 1000 zurückgelegte Höhenmeter. Der Kompass und das integrierte Thermometer sind praktische Funktionen, wenn man bei letzterem bereit ist, etwas Geduld mitzubringen und die Uhr abzulegen, um die Temperatur zu messen. Die Bedienung ist durchdacht und simpel, allerdings verstecken sich manche Funktionen erst hinter einem längeren Drücken einer Taste. Ohne einen Blick in die Anleitung geht es also nicht. Ich werde bei meinem Outdoor-Navi von Garmin bleiben. Das lässt sich zwar nicht so praktisch am Arm tragen, zeichnet aber auch den zurückgelegten Weg auf. Anmerkung: Die Suunto Core wurde uns von den Bergfreunden geliehen. Die Bergfreunde haben keinerlei inhaltlichen Einfluss auf diesen Beitrag genommen.

5 comments to Suunto Core: Im Kern eine gute Outdoor-Uhr

  • Servus,

    hab die Uhr ebenfalls getestet und war auch nicht so begeistert davon. Aber aus anderen Gründen, siehe mein Bericht (ist als Webseite eingetragen).
    Die 25 Meter Differenz beim Aufstieg zum Gipfel sind schon noch ok – durch die tageszeitliche Erwärmung dehnt sich die Luft aus und somit steigt der Druck. Sollte eigentlich der Temperaturmesser kompensieren, aber das funktioniert am Handgelenk halt nur leidlich. Aber 237 Meter Differenz unten am Parkplatz sind ein wenig heftig…

    Viele Grüße,
    Thorsten

  • Ulrich

    Hallo,

    ich stimme zu, dass die Suunto Core eine gute Outdoor Uhr ist, es gibt aber Mängel:

    Programmierung:
    – kompliziert und nur wenig selbsterklärend
    – Anleitung (nur Internet) oft nicht hilfreich (ich weiss immer noch nicht, wofür der 5. View im Altimodus gut ist)
    – die grosse Anzeigefläche wird kaum ausgenutzt (im Vergleich zum nicht mehr erhältlichen Höhenmesser von Nike enttäuschend)
    – nervig, dass Alti- und Barometer nur alternativ angezeigt werden. Das Umstellen ist kostet einige Klicks und der Trend ist gelöscht. Ein viertes Fenster (Time, Alti, Baro und Compass) wäre viel praxistauglicher!
    – Hier gibt es noch dringendes Potential, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern.

    Altimeter:
    – enttäuschend, dass der aktuelle Verlauf nicht grafisch dargestellt wird.
    – Nach langen Suchen in der Anleitung kann man allenfalls eine Grafik für abgeschlossene Logs erhalten.

    Auflösung:
    – die Pixel sind erheblich zu grob für eine sinnvolle grafische Darstellung. Ein Pixel sind ca. 250 hm, da die Y-Achse zudem winzig ist.

    Fazit:
    – Uhr top, Programmierung und Auflösung flop!

    Grüsse Ulrich

  • Grüß Dich!

    Ich teste Uhren eher beim Jogging und habe bisher von Suunto nicht allzu viel Gutes gehört, was die Messsicherheit bei Distanz und aktueller Geschwindigkeit angeht. Bisher haben mir viele Sportlerkollegen davon abgeraten, eine Uhr von Suunto zu kaufen, wenn es Alternativen wie Garmin Forerunner und jetzt auch Polar RC3 GPS gibt.
    Ich bin jetzt umso erstaunter, dass Suunto auch bei Euch relativ mittelmäßig bis schlecht weg kommt….und dann dieser Preis?!…

    Danke für Eure Beiträge hier!
    Schöne Grüße,
    Keno

  • doktor d

    Schlechte Uhr,

    habe die Suunto Core Regular nun schon seit 2 Jahren und bin von Anfang an enttäuscht.

    – Der Höhenmesser muß ständig neu kalibriert werden (und auch dann geht er ungenau- selbst bei konstantem Wetter)
    – Das Thermometer geht ungenau- etwa 6 Grad zu viel (eine Einstellmöglichkeit, ob sie am Arm getragen wird oder frei daliegt, gibt es nicht (gab es aber bei meiner Casio, die ich zuvor hatte- BJ 94!))
    – Die Beleuchtung der Uhr ist viel zu dunkel und zu kurz
    – Die Batterie hält lediglich 1 Jahr
    – Mittlerweile gehen auch die Druckknöpfe schwer

    Kann diese Uhr nicht empfehlen, erst recht nicht zu diesem Preis.

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