Mehrtageswanderung auf dem Rennsteig – historischer Kammweg im Herzen Deutschlands

Ausblick vom Großen Beerberg

Ausblick vom Großen Beerberg

Deutsche Geschichte begegnet dem Rennsteig-Wanderer auf Schritt und Tritt. Von der ersten Erwähnung im 14. Jahrhundert über die Kleinstaaterei des 17. und 18. Jahrhunderts, von der die zahlreichen Grenz- und Dreiherrensteine zeugen, bis hin zur jüngsten Geschichte und der Teilung Deutschlands, die das durchgängige Begehen des knapp 170 km langen Rennsteigs unmöglich machte, begegnet man historischen Monumenten und Gedächtnistafeln. Kein Wunder also, dass sich um den historischen Kammweg, der sich von den Höhen des Thüringer Waldes über das Thüringer Schiefergebirge bis in den Frankenwald zieht, zahlreiche Mythen ranken – zum Beispiel der, dass es auf dem Rennsteig viele atemberaubende Ausblicke geben soll. Wir haben diese nicht gefunden, als wir im September 2011 die ersten 120 km des Rennsteigs gegangen sind. Aber wir sind ja auch an einem fast acht Meter hohen Aussichtsturm vorbei gelaufen – doch dazu mehr in den Etappenbeschreibungen, die in den kommenden Tagen folgen werden.
Wegweiser an der Alten Ausspanne

Wegweiser an der Alten Ausspanne

Zusammenfassung Wanderung: Rennsteig; Hörschel bis Neuhaus am Rennweg Gebiet: Thüringer Wald, Thüringer Schiefergebirge Anspruch: leichte Streckenwanderung, meist durch Wald, häufig parallel zu viel befahrenen Straßen. Kondition: geringe bis mittlere Anforderungen. Ein längerer Anstieg zum Großen Inselsberg (zirka 300 Hm), sonst meist nur kleine Steigungen mit maximal 100 oder 150 Hm. Größte Herausforderung sind die zum Teil langen Etappen mit 25 km und mehr, die sich aufgrund der schlechten Infrastruktur am Weg kaum vermeiden lassen. Karte: Der Weg ist derartig gut markiert, dass eigentlich weder Karte noch Wanderführer nötig sind. Wer trotzdem gerne immer mal wieder seine Position per Karte überprüfen möchte, dem empfehlen wir die Kompass Wander- und Bikekarte „Der Rennsteig“, 1 : 50 000: Hörschel – Blankenstein. Literatur: Nach den guten Erfahrungen die wir mit dem Wanderführer zum Malerweg aus dem Hikeline-Verlag gemacht hatten, haben wir uns auch den „Fernwanderweg Rennsteig“ aus demselben Verlag gekauft – und wurden enttäuscht. Die Wegbeschreibungen sind lieblos und meist nach Schema F („nach 800 m erreichen Sie ...“) gehalten. Die Zusatzinformationen gehen kaum über das hinaus, was auf den Informationstafeln am jeweiligen Punkt steht. Einzig das Gesamtkonzept der Hikeline-Führer mit den sehr detaillierten Karten im Maßstab 1:35.000 inklusive GPS-Koordinaten, Höhenmeter-Angaben, Höhenprofile und Übernachtungsmöglichkeiten sprechen für den Rennsteig-Führer aus diesem Verlag. Wesentlich lebendiger, detaillierter und genauer sind die Wegbeschreibungen im ADAC Wanderführer Rennsteig, der dafür aber nicht so übersichtlich ist. Größtes Manko beider Führer ist die Etappenführung mit sehr kurzen Etappen von 10 km und weniger und 25 km und mehr. Zugegeben, die Etappenführung am Rennsteig ist schwierig, denn Übernachtungsmöglichkeiten sind sehr ungleich verteilt. Dennoch halten wir Tagesetappen von weniger als 10 km für wenig sinnvoll. Dass sie sich weit gehend vermeiden lassen, zeigt beispielsweise die Etappenführung bei Wanderkompass.de. Gehzeit: Anders als beim Malerweg gibt es am Rennsteig nicht wirklich festgelegte Etappen. Dazu kommt noch das bereits erwähnte Übernachtungsproblem. Das führt dazu, dass man im Internet und in der Literatur Einteilungen zwischen 5 und 13 Etappen findet. Durchschnittliche Wanderer müssen mit acht bis zehn Etappen rechnen. Die reine Gehzeit liegt dann zwischen 4 und 8 Stunden. Mit Pausen, Fotografieren, etc. haben wird pro Etappe zwischen 7 und 9 Stunden benötigt. Wegstrecke: Der gesamte Rennsteig ist knapp 170 Kilometer lang. Wir haben zirka 120 Kilometer davon zurückgelegt. Höhenmeter gesamt: zirka 3.000 Hm bis Neuhaus am Rennweg; gesamter Rennsteig zirka 3.600 Hm Anreise: Der Rennsteig beginnt in Hörschel, einem Ortsteil von Eisenach. Von München kann man mit ICE und Regionalbahn nach Eisenach (zirka 4 Stunden) und dann weiter mit dem Bus nach Hörschel fahren. Bequemer ist unserer Ansicht nach die Variante über Bebra (zirka 5 Stunden bis Hörschel), ab Nürnberg mit der Privatbahn Cantus, die wir auch gewählt haben. Zurück sind wir von Neuhaus am Rennweg über Sonneberg, Lichtenfels, Bamberg und Nürnberg gefahren. Bis Sonneberg ist die Fahrt landschaftlich sehr schön. Zur Reiseauskunft der Bahn Kosten: Wir haben pro Tag und Person zirka 50 Euro für Unterkunft und Verpflegung ausgegeben. Essen und Trinken: Gut gegessen haben wir woanders. Das Angebot ist preiswert, aber extrem fleischlastig und konzentriert sich rund um Thüringer Bratwurst und „Rostbrätel“. Vegetarier dürfen jeden Tag Blumenkohl-Medaillons mit Sauce Hollandaise essen – lecker! Unterkünfte: Das Angebot an Pension, Gasthäusern, Hotels und Privatzimmern ist sehr ungleich verteilt – das Hauptproblem bei der Etappeneinteilung. Taxi Richter aus Oberhof hat aus der Not eine Tugend gemacht und bietet Hol- und Bringdienste für gestrandete Wanderer an. Da Unterkünfte rar sind und zum Teil 20 km voneinander entfernt liegen, ist es ratsam, vorab zu buchen. Wir haben meist am Morgen in der nächsten Unterkunft angerufen und ein Zimmer reserviert. Nur in den größeren Orten Masserberg und Neuhaus am Rennweg haben wir uns auf die Touristen-Information verlassen, die auch prompt Quartiere für uns ausfindig machen konnte. Die Preise sind moderat, auch wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis manchmal zu wünschen übrig lässt. Wir haben zwischen 49 und 75 Euro für das DZ bezahlt. Sehr hilfreich bei der Quartiersuche – wenn auch nicht ganz ohne Fehler - ist das Gaststättenverzeichnis auf der Webseite des Rennsteigvereins. Ausrüstung: Normale Wanderausrüstung inklusive Wetterschutz sowie feste Halbschuhe oder leichte Wanderschuhe sind ausreichend. Stöcke sind hilfreich, vor allem bei den langen Etappen. Die folgenden Etappen sind wir gegangen:

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