Wie man (nicht) zum Brünnsteinhaus gelangt

Tatzlwurm-Wasserfall

Tatzlwurm-Wasserfall

Wer von den Tatzlwurm-Gasthöfen in Richtung Brünnsteinhaus aufsteigen will, kommt zuerst an einem beeindruckenden Wasserfall vorbei. Eine steinerne Brücke führt über einen tiefen Einschnitt, in den das Wasser hinabstürzt. Anschließend ist es nicht mehr weit bis zum Waldparkplatz. Wenn man sein Auto hier abstellt, muss man nur einen kleinen Abstecher talwärts unternehmen, um einen Blick auf den Wasserfall zu bekommen.

Das Schild am Parkplatz beschreibt die Wanderung zum Brünnsteinhaus als teils auf “ausgesetztem Steig” und fordert Trittsicherheit des Wanderers. Das ist eine Information, die wir auch gern in unserem Wanderführer “Winterberge” aus dem blv Buchverlag gefunden hätten. Dort wird die Wanderung als “leicht” bezeichnet, aber immerhin kommt noch der Hinweis “Schneeschuhe wären hier nicht schlecht”. Ein Skitourengeher, der das Gebiet kennt, warnte uns jedoch vor dem Steig, der ausgesetzt, ostseitig gelegen und zur Zeit vermutlich vereist sei.

Das zeigte leider wieder einmal, dass man sich nicht zu sehr auf die Informationen in Wanderführern verlassen darf. Wir haben uns folglich für eine andere Route entschieden und auf den Aufstieg zum Brünnsteinhaus verzichtet. Anfangs in Richtung Brünnsteinhütte unterwegs, sind wir an der Schoißer-Alm vorbei, kurz vor der Schneefahner-Hütte nach rechts auf den Wanderweg 655 abgebogen. Der führt eine Weile aufwärts durch den Wald und dann über eine Almwiese am Auerberg vorbei. Trotz schönstem Wetter lag der größere Teil dieses Weges jedoch im Schatten. Erst ab der Baumoos-Alm kommt man wieder in den Genuß der Sonne.

Wir wollten dann weiter in die Rosengasse, sind aber versehentlich dem falschen Weg bis zur Gassenleite gefolgt. Von dort kann man aber problemlos in Richtung Südwesten aufsteigen und den richtigen Wanderweg 651 erreichen. Der führt an einem Kreuz vorbei dann sehr steil durch den Wald hinab bis zu den Hütten der Rosengassenalm. Etwas weiter bergab liegt dann der ganzjährig bewirtschaftete Gasthof Rosengasse, an dem auch ein Ausläufer des Sudelwald-Skigebiets endet.

Winterlicher Blick in Richtung Kaisergebirge

Winterlicher Blick in Richtung Kaisergebirge

Der weitere Weg zurück zum Tatzlwurm führt nun etwa zwei Kilometer an einer geteerten Straße entlang, bis man nach rechts wieder auf einen Forstweg abbiegen kann. Immer am Gassenbach entlang, gelangt man dann auch wieder zum Waldparkplatz und danach zum Tatzlwurm-Wasserfall.

Insgesamt ist diese Wanderung um die 20 Kilometer lang und etwa 600 bis 700 Höhenmeter hoch. Genauer kann ich es nicht sagen, weil sich mein Navigationsgerät, dass ich zum Tracken der Strecke verwenden wollte, zwischenzeitig ausgeschaltet hat.

Noch eine Anmerkung zum erwähnten Buch “Winterberge”: Der Ersteindruck ist sehr gut. Das Layout ist gelungen, die Bilder wurden mit Geschmack ausgewählt und die Toureninfos wirken ansprechend. Wie bereits erwähnt, waren die Informationen zur ersten ausgewählten Tour aber nicht gerade akurat. Zumal die vorgestellte Strecke auch noch ein schattiger Nordostaufstieg war. Das ist genau die Bergseite, die ein sonnen-hungriger Wanderer im Winter lieber meidet …

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