Anfang Oktober 2010 haben wir uns auf den Weg in die Sächsische Schweiz gemacht, um dort auf den Spuren von Caspar David Friedrich und anderen Malern der Romantik zu wandern. Der so genannte “Malerweg” folgt allerdings nur zum kleinen Teil den historischen Routen der Romantiker. Die moderne Streckenführung hat wohl eher Tourismusmarketing-technische Gründe. Sie scheint so gelegt, dass möglichst viele Dörfer, Städte und Gemeinden etwas vom Tourismussegen abbekommen. Das tut der Schönheit des Weges, der über weite Strecken in einer wildromantischen Schluchten- und Gebirgslandschaft verläuft, aber keinen Abbruch.
In acht Etappen führt der Weg an den größten Naturschönheiten des Elbsandsteingebirges wie Bastei und Schrammsteine vorbei. Einige lohnenswerte Ziele, beispielsweise der Lilienstein oder das Prebischtor sind allerdings nicht Teil der Hauptroute, sondern werden nur als Variante beziehungsweise Ausflug empfohlen. Wir sind sechs Etappen gegangen, davon alle fünf Etappen auf der rechten Elbseite.
Zusammenfassung
Wanderung: Malerweg Liebethaler Grund bis Königsteig
Gebiet: Elbsandsteingebirge, Sächsische Schweiz
Anspruch: leichte Streckenwanderung mit vielen Treppen, Steigen und Leitern. Bei Nässe teilweise glatt und rutschig. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erleichtern die Sache, sind aber nicht zwingend notwendig.
Kondition: geringe bis mittlere Anforderungen. Trotz mäßiger Höhenunterschiede sind die Etappen nicht zu unterschätzen. Die häufigen, teils sehr steilen An- und Abstiege erfordern Durchaltevermögeun und sind durchaus schweißtreibend.
Karte: Wanderkarte Leporello Malerweg Elbsandsteingebirge: mit Ausflugszielen, etc.
Literatur: Der Wanderführer Fernwanderweg Malerweg aus dem Hikeline-Verlag ist sehr zu empfehlen. Er bietet exakte Wegbeschreibungen, detaillierte Karten mit GPS-Koordinaten, Höhenmeter-Angaben, Höhenprofile und Hinweise zu Sehenswürdigkeiten, Museen, etc.
Gehzeit: Der gesamte Malerweg erstreckt sich über acht Etappen mit jeweils 4 bis 6 Stunden reiner Gehzeit. Mit Pausen, Fotografieren, etc. haben wird pro Etappe zwischen 6 und 9 Stunden benötigt.
Wegstrecke: gesamter Malerweg zirka 120 Kilometer. Wir haben zirka 90 Kilometer davon zurückgelegt.
Höhenmeter gesamt: zirka 3.600 Meter
Anreise: Der Malerweg beginnt im Liebethaler Grund einem Stadtteil von Pirna. Von München aus gestaltet sich die Anreise über Dresden und Pirna langwierig, da es keine ICE-Verbindung nach Dresden gibt. Andererseits kann man so auch viel Geld sparen. Wer nämlich auf die kurze ICE-Fahrt von München nach Nürnberg verzichtet und wie wir am Wochenende fährt, zahlt für 2 Personen mit dem Schönen-Wochenende-Ticket 37 Euro statt 202 Euro. Die Fahrtzeit verlängert sich um rund 40 Minuten. Das Wochenend-Ticket gilt auch im Bus von Pirna nach Liebethaler Grund.
Fahrplan Stadtbuslinie G/L (Pirna / Liebethaler Grund)
Kosten: Wir haben pro Tag und Person zirka 50 Euro für Unterkunft und Verpflegung ausgegeben. Pauschalangebote gibt es ab zirka 300 Euro pro Woche.
Essen und Trinken: Kulinarische Genüsse darf man nicht erwarten. Convenience-Küche überwiegt – da werden Päckchen aufgerissen und Dosen geöffnet, dass es keine Freude ist. Eine rühmliche Ausnahme machen die Partner-Restaurants des Nationalparks Sächsische Schweiz, die regionale Produkte, teilweise aus biologischem Anbau auf den Teller bringen. Es gibt einfache, aber wirklich selbst gemachte Gerichte aus wenigen frischen Zutaten. Wir haben beispielsweise beim Nationalpark-Partner Altes Zeughaus hervorragend gegessen.
Unterkünfte: Das Angebot an Pension, Gasthäusern, Hotels und Privatzimmern ist groß. Wir hatten – trotz Herbstferien – keine Probleme abends vor Ort eine Unterkunft zu finden. Je nach Anspruch sollte man mit 20 bis 100 Euro pro Person und Nacht rechnen.
Ausrüstung: Normale Wanderausrüstung inklusive Wetterschutz sowie feste Halbschuhe oder leichte Wanderschuhe ist ausreichend. Stöcke sind weit gehend überflüssig, da die meisten Steigungen mit Treppen und Leitern überwunden werden, wo Stöcke nur stören. Wenn man sein Gepäck selbst schleppt, sollte man sich auf das Notwendigste beschränken. Größer als ein Tagesrucksack sollte das Gepäck nicht sein. Es gibt viele Engstellen, durch man mit einem größeren Rucksack nur schwer hindurch passt. Wer sich nicht einschränken kann, sollte den Gepäcktransportservice nutzen, den viele Unterkünfte am Malerweg anbieten.
Die folgenden Etappen sind wir gegangen:


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