Als Münchner glaubt man es kaum, aber die bayerische Landeshauptstadt hat nicht nur berühmte Schlösser wie Nymphenburg und Schleißheim aufzuweisen, sondern auch einige Burgen.
Michael Weithmann ist ein Kenner der Geschichte Münchens und ihrer Burgen. Für die Bezirksregierung Oberbayern hat er ein “Inventar der Burgen Oberbayerns” erstellt. 2006 ist daraus auch ein Buch entstanden, das im Stiebner-Verlag erschienen ist: “Burgen in München”.
Kenntnisreich und voller Details beschreibt Weithmann in diesem Buch die Geschichte Münchens seit Heinrich der Löwe die Brücke und die sie beschützende Burg in Föhring schleifen liess und damit den Salzhandel über die künftige bayerische Landeshauptstadt zwang.
Die bedeutendste, noch bestehende Burg in München ist der Alte Hof. Diese Burg, die sich nur unweit des Marienplatzes befindet, fällt allerdings in den Altstadtstraßen kaum auf. Das Auffälligste ist noch der Torturm in der Burgstraße. Wenn man diesen durchschreitet, gelangt man in den Burghof, der in den vergangenen Jahren, wie auch die gesamte Anlage, restauriert wurde. Gegründet wurde diese Burg vermutlich schon im 12. Jahrhundert durch Heinrich den Löwen.
Die Burg, die vom Äußeren noch am ehesten an eine klassische Ritterburg erinnert, ist die Burg Grünwald wenige Kilometer isaraufwärts. Die Burg enthält heute ein kleines Museum und kann besichtigt werden.
In Pullach, ebenfalls am Rande von München, befindet sich eine weitere Burg, deren Spitzen von der Isar aus gut zu erkennen sind: Burg Schwaneck. Hier handelt es sich jedoch nicht um eine “echte” Burg, da sie der Bildhauer Ludwig Schwanthaler erst im 19. Jahrhundert erbauen ließ. Die Burg ist eine bunte Mischung aus verschiedenen Stilen, wie der viereckige Hauptturm sowie ein später hinzugefügter Rundturm mit gewaltigen Zinnen belegen.
Sehenswert ist auch die Blutenburg an der Würm. Der Name dieser sehr malerischen Anlage geht übrigens nicht auf “Blut” zurück, sondern auf “Blüten”. Erbauen ließ sie Herzog Albrecht III. für seine Geliebte Agnes Bernauer.
Neben diesen offensichtlichen, noch heute klar zu erkennenden Burgen gab es im Münchner Raum viele andere Burgen und Befestigungsanlagen, von deren Existenz heute teilweise kaum noch etwas zu erkennen ist.
Da wäre zum Beispiel die ehemalige Burganlage in Föhring zu nennen, die früher eine bedeutende Salzbrücke über die Isar schützte. Diese Burg lässt sich am Hang des Isarkanals nur noch erahnen. Am besten ist noch der Einschnitt des Burggrabens zu erkennen (im Foto links). Zwei Straßen weisen ebenfalls noch auf die Föhringer Burg hin: Die Alte Schanze sowie die Pernerkreppe. Der Überlieferung nach soll die Salzstraße von Reichenhall nach Augsburg durch eben diese Pernerkreppe hinunter zur Isar geführt haben.
Außerdem gibt es im Münchner Raum zahlreiche Keltenschanzen, von denen heute meist ebenfalls kaum noch etwas zu erkennen ist. Da gibt es etwa die Birg bei Hohenschäftlarn sowie die Schanze bei Oberhaching. Beide liegen aber schon etwas außerhalb der Stadtgrenze.
Literatur:
Michael Weithmann: Burgen in München
Stiebner, München 2006, 192 Seiten, 12,90 Euro, erhältlich direkt beim Verlag oder bei Amazon.


Die Birg bei Hohenschäftlarn…
Den Blog Wanderschreiber.de von Andreas Fischer und Dr. Thomas Hafen habe ich durch einen Link auf meinen Birg-Eintrag im Blog-Eintrag von Andreas Fischer über das Buch “Burgen in München” von Michael Weithmann (“Burgen in München”) gefunden. Ich e…