Salewa Terminal DST Pant – eine Softshellhose, die jeden Spagat mitmacht

Für alle, die schnell in die Luft gehen: die Softshellhose Salewa Terminal DST

Für alle, die schnell in die Luft gehen: die Softshellhose Salewa Terminal DST

Schon lange wollte ich mir eine Softshellhose zulegen, aber irgendwie habe ich nie das Passende gefunden – und das im wahrsten Sinne des Wortes: Die meisten Hosen, die ich anprobiert habe, waren zu kurz. Ich bin nämlich ein typischer Sitzzwerg: lange Beine, kurzer Oberkörper. Das nervt nicht nur im Flugzeug ganz gewaltig, sondern eben auch beim Hosenkauf.

War ein Modell ausnahmsweise lang genug, scheuerte es irgendwo oder machte eine besch … eidene Figur. (Bevor jetzt irgendwelche Kommentare kommen: Das lag selbstverständlich und ausschließlich an der Hose!).

Da ich mich also für keine Softshellhose entscheiden konnte, trug ich jahraus, jahrein meine Fjällräven Barents. Egal ob auf dem Padjelantaleden oder dem Alsek River Trail, im Yukon oder in Alaska und natürlich auch bei unseren Wanderungen in den Alpen – immer war die Buchse dabei. Das sieht man der Hose mittlerweile auch an. Das gute Stück ist in die Jahre gekommen. Außerdem ist die Pflege recht aufwendig: Nach jeder Wäsche muss man das Ding mit Grönlandwachs einreiben und bügeln – und dabei bügle ich noch nicht mal meine Hemden. Auch wenn ich das Einwachsen mittlerweile besser im Griff habe, seit mir Fjällräven im vergangenen Jahr auf der Outdoor den „Maustrick“ verraten hat, lässt die Hose Wünsche offen, vor allem was die Beweglichkeit angeht. Wenn man einen großen Schritt machen muss, dann kneift es doch ziemlich in demselben.

Halten dicht: Taschen mit Reißverschluss

Halten dicht: Taschen mit Reißverschluss

Da traf es sich gut, dass mir die Bergfreunde die Salewa-Softshellhose Terminal DST Pant für einen Test zur Verfügung stellten. Die gibt es nicht nur in normalen, sondern auch in kurzen und langen Frauen- und Männer-Größen, für all die SitzzwergInnen und -riesInnen unter uns. Allerdings musste ich das erste Testmuster gleich wieder zurück schicken. In Größe 98, in der mir eigentlich alles passt, konnte ich in der Hose zwar aus- aber leider nicht wieder einatmen – Softshell hin oder her. Größe 102 passte dann wie angegossen, obwohl auch die wenig Spielraum für allzu heftige Gewichtsschwankungen nach oben bietet. Es empfiehlt sich also, die Hose mindestens eine Nummer größer zu bestellen – oder besser gleich zwei, denn enger stellen lässt sich die Hose dank des mitgelieferten Gürtels problemlos. Alternativ kann man natürlich auch vor der Bestellung 6 bis 8 Wochen nichts essen, und sich so in die Salewa hinein hungern.

Hat man die passende Größe gefunden, dann allerdings kneift bei der Salewa Terminal DST nichts. Das Softshell-Material Durastretch, aus dem die Hose besteht, ist nämlich überaus dehnbar. Es ist darüber hinaus laut Hersteller auch sehr abriebfest. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die Robustheit des Materials mit Fjällrävens G1000 mithalten kann.

Lässt nix durch: Das WR-Finish der Salewa Terminal DST

Lässt nix durch: Das WR Finish der Salewa Terminal DST

Die Hose sitzt nicht nur gut, sie sieht in der Farbe „Carbon“ mit den schwarz abgesetzten Gesäßpartien und den schwarzen Einsätzen auf der Vorderseite auch gut aus. Allerdings spürt man die Nähte dieser abgesetzten Teile, was ein wenig gewöhnungsbedürftig ist. Obwohl die Hose recht dünn ist, trägt sie sich auch dann noch angenehm, wenn die Temperatur auf einstellige Plusgrade fällt. Auch Wind macht der sehr dichten Hose nichts aus. Für diese Eigenschaften war ich bei meinen Tests über die Osterfeiertage sehr dankbar, die ja bekanntlich nicht nur ins Wasser, sondern bei uns in München sogar in den Schnee fielen.

Apropos Wasser: auch das perlt dank „WR Finish“ zuverlässig von der Hose ab, leichtere Schauer kann man also ohne zusätzliche Regenhose gut überstehen. Wie dauerhaft die Imprägnierung ist, muss sich noch zeigen. Eine erste Wäsche hat sie auf jeden Fall funktionstüchtig überstanden. Auf die Dauer wird man die Hose aber doch nachimprägnieren müssen, was ja völlig normal ist.

Gut gefallen haben mir auch die Reißverschlüsse an allen Taschen, die Geldbeutel und Schlüssel am Mann halten, selbst wenn der Bewegungsspielraum der Hose bis zum Extrem ausgenutzt wird. Allerdings vermisse ich eine größere Tasche am Bein für die Wanderkarte. Die kann ich ja schlecht die ganze Zeit in der Hand halten oder auswendig lernen.

Machen dicht: Tankas an den Beinabschlüssen

Machen dicht: Tankas an den Beinabschlüssen

Positiv aufgefallen sind mir dagegen die Beinabschlüsse, die sich mit integrierten Tankas festzurren lassen. Ob das gegen meine schlimmsten Feinde, die Zecken hilft, muss ich erst noch ausprobieren. Weniger glücklich bin ich über den rascheligen Oberstoff. Man legt sich schnell einen breitbeinigen Cowboy-Gang zu, denn wenn die Hosenbeine aneinander reiben, entsteht ein gehöriger Lärm. Die ideale Hose für Jäger also – zumindest aus Sicht von Fuchs, Reh und Hase.

Insgesamt ist die Salewa Terminal DST aber eine empfehlenswerte leichte und mit einem Preis von knapp 100 Euro erschwingliche Softshellhose für das ganz Jahr, die eine uneingeschränkte Bewegungsfreiheit bietet. Wer in der Salewa keinen Spagat hinbekommt, kann es wirklich nicht auf die Hose schieben.

Outdoor Research Seattle Sombrero – Gut behütet, auch wenn’s schüttet

Der Doktor (re.) mit Sun Bucket und dem lieben Vieh (li.) Foto: C. Capello

Der Doktor (re.) mit Sun Bucket und dem lieben Vieh (li.) Foto: C. Capello

Jeden Urlaub dasselbe Theater: Egal ob ich sie im Halbstundentakt mit Lichtschutzfaktor 30, 40 oder 100 einschmierte – spätestens am dritten Tag waren meine Ohren – die zugegebenermaßen ziemlich weit vom Kopf abstehen – verbrannt. Es bildeten sich juckende Blasen und die ohnehin schon großen Ohrwatscheln fühlten sich nochmal so groß an.

Eines Tages hatte ich die Nase oder besser gesagt: die Ohren voll. Es war im netten kanadischen Städtchen Nelson, das ich übrigens sehr empfehlen kann, wenn man mal von den fiesen kanadischen Riesenzecken absieht, die es in der Gegend in Massen gibt. In Nelson also musste ein Hut her. Im gut sortierten Outdoor-Laden gab es reichlich Auswahl. Die Kanadier sind ja bekanntlich ein outdoororientiertes Volk und die Kootenays, in denen Nelson liegt, bieten dafür auch jede Menge Möglichkeiten. Meine Wahl fiel auf den „Sun Bucket“ von Outdoor Research, den ich seitdem trage, sobald die Sonne auch nur zu ahnen ist. Nun gehören die Blumenkohlohren der Vergangenheit an. Ok, der Hut ist nicht gerade schick, ich ähnle damit ein wenig James Herriot aus „Der Doktor und das liebe Vieh“ (für alle Spätgeborenen unter den Lesern: das war eine Kultserie in den 1970/80ern) – aber was soll’s.

Krempenhalter für wenn's mal nicht regnet

Krempenhalter für wenn's mal nicht regnet

Wie gesagt, der OR-Hut und ich sind unzertrennlich, so lange die Sonne scheint. Auch bei Nieselregen kann er oben bleiben, ich habe ihn mit Imprägnierspray eingesprüht, was zumindest leichte Schauer ganz gut abhält. Spätestens, wenn es aber zu schütten anfängt, muss der Gute in die Tasche und die Kapuze der Regenjacke kommt auf den Kopf – mit einem neuen Problem: Bei den meisten Kapuzen ist das Schild nicht groß genug, um zu verhindern, dass Regen auf die Brille fällt. Und so laufe ich dann meist nach kurzer Zeit halb blind durch die Gegend. Gut, früher wäre man als Kurzsichtiger im Regen halt irgendwo runtergefallen und das Problem hätte sich auf biologische Weise gelöst.

Heutzutage heißt die Lösung: Ein Regenhut muss her! Zum Beispiel der Seattle Sombrero von meiner bereits bekannten und beliebten Hutmacherfirma Outdoor Research, den mir die Bergfreunde für einen Test zur Verfügung gestellt haben. Mit seiner breiten, recht steifen Krempe hält er zuverlässig den Regen ab, ohne die Sicht zu beeinträchtigen, solange der Niederschlag nicht gerade waagrecht fällt. Sollte es sogar einmal aufhören zu schütten, kann man die Krempe hochklappen und mit den links und rechts am Hut angebrachten Klettverschlüssen fixieren. Sobald die Sonne herauskommt, muss zumindest ich die Krempe natürlich wieder herunterklappen, des Blumenkohlohrenproblems wegen. Bei längerem Sonnenschein dürfte es auch ziemlich warm unter dem weich gefütterten Seattle Sombrero werden. So richtig testen konnte ich das bisher noch nicht – das Wetter über Ostern war ja nicht gerade von Hitzeperioden geprägt.

Fast wie Wulff: Am Seattle Sombrero perlt alles ab.

Fast wie Wulff: Am Seattle Sombrero perlt alles ab.

Dafür hatte ich ausgiebig Gelegenheit, bei meinen Osterspaziergängen in Regen und Schnee das gute Abperlverhalten des Hutes zu würdigen. Das meiste Wasser läuft sofort am Hut runter, was allerdings auch seine Tücken hat: Wenn man nicht aufpasst und die – ja jetzt überflüssige – Kapuze der Regenjacke ungeschickt drapiert, schießt das Wasser zuverlässig vom Hut direkt in die Kapuze, zumal die Krempe hinten etwas länger geschnitten ist und das Wasser typischerweise seinen Weg über die hintere Hutkrempe nach unten nimmt. Also immer dran denken und die Kapuze ein wenig einrollen – oder es wird feucht.

Ob Eierkopf oder Quadratschädel: Der OR Seattle Sombrero lässt sich auf fast jeden Kopf individuell anpassen.

Ob Eierkopf oder Quadratschädel: Der OR Seattle Sombrero lässt sich auf fast jeden Kopf individuell anpassen.

Für ein angenehmes und trockenes Kopfklima unter dem Hut ist durch eine 3-lagige-Taslan-Gore-Tex-Membran gesorgt. Trotzdem ist der Hut naturgemäß nicht ganz so leicht und luftig wie mein Sonnenmodell. Der Unterschied ist allerdings nicht gravierend. Der Sun Bucket wiegt zirka 60 Gramm, der deutlich aufwändiger gearbeitete Sombrero trotz mehrlagiger Membran gerade einmal rund 90 Gramm. Was das Packvolumen angeht, nimmt der Sombrero ungefähr anderthalb mal so viel Platz ein wie der Bucket und lässt sich immer noch bequem in einer etwas größeren Jackentasche transportieren.

Ich finde mich total schick mit dem Seattle Sombrero. Aber das ist eine Einzelmeinung

Ich finde mich total schick mit dem Seattle Sombrero. Aber das ist eine Einzelmeinung

Der Sombrero ist in den Größen S, M, L und XL erhältlich. Für das Feintuning ist im Hutband ein Klettverschluss eingearbeitet, mit dem man die Hutgröße an die eigenen Kopfgegebenheiten anpassen kann. Dadurch sitzt der Hut sehr gut und rutscht nicht. Gegen das Wegfliegen bei waagrechten Regenbedingungen gibt es außerdem einen Kinnriemen, der sich leicht festzurren lässt.

Kommen wir zum einzigen Wermutstropfen, der auf dem Hut nicht abperlt: Die Optik meines Modells (Yello/Dark) ist, sagen wir mal: gewöhnungsbedürftig. Mit der gelben Kappe und den grauen Krempen wirkt er ein wenig wie eine Mischung aus Cowboyhut und Südwester. Meine Freundin weigert sich auf jeden Fall, neben mir zu gehen, wenn ich den Hut aufhabe. Selber Schuld, dann fahre ich eben allein nach Island – und der Hut kommt auf jeden Fall mit.

Lightroom: Objektivkorrekturen automatisieren

Lightroom unterstützt seit Version 3 Objektivkorrekturen, mit denen der Fotograf Verzerrungen einzelner Bilder durch das verwendete Objektiv entfernen kann. Wer mehr als nur eine Handvoll Fotos auf einmal bearbeiten will, findet diese Funktion aber meist nicht. So geht’s.

Objektivkorrektur in Lightroom

Objektivkorrektur in Lightroom

Weil sich die „Objektivkkorrektur“ im Modul „Entwickeln“ befindet, kann man sie immer nur für das gerade ausgewählte Foto aktivieren. Im Folgenden beschreibe ich, wie man die Objektivkorrektur nachträglich ausführt und wie man sie für künftige Importe als Standard festlegt.

Objektivkorrektur nachträglich ausführen

Eine Objektivkorrektur umfangreicher Fotosammlungen mit Lightroom lässt sich am einfachsten über eine „Vorgabe“ (englisch: Preset) erledigen. Dazu wählen Sie ein beliebiges Foto aus, wechseln in das „Entwickeln“-Modul und entfernen zunächst alle bisherigen Bearbeitungen mit einem Klick auf „Zurücksetzen“.

Dann setzen Sie unter „Objektivkorrekturen“ das Häkchen bei „Objektivkorrekturen aktivieren“. Lightroom liest das verwendete Objektiv aus den Exif-Daten des Bildes aus und führt die Korrektur durch. Eine Liste der von Lightroom unterstützten Objektive findet sich bei Adobe.

Nun erstellen Sie eine neue „Vorgabe“. Klicken Sie dazu auf das Pluszeichen links neben „Vorgaben“ und vergeben als „Vorgabenname“ etwa Objektivkorrektur. Danach klicken Sie auf „Nichts auswählen“ und markieren „Objektivkorrekturen“, so dass dort alle vier Häkchen gesetzt sind. Speicher Sie die „Vorgabe“ mit „Erstellen“.

Nun markieren Sie mehrere Fotos in der „Bibliothek“ und wählen dann in der „Ad-hoc-Entwicklung“ die erstellte neue „Vorgabe“ mit dem Namen „Objektivkorrektur“ aus. Fertig.

Objektivkorrektur als künftigen Standard festlegen

Auf Dauer ist es natürlich lästig, die Korrektur immer erst nachträglich auszuführen. Aber auch das lässt sich leicht ändern. Wählen Sie wieder ein beliebiges Bild aus und klicken Sie auch diesmal zuerst auf „Zurücksetzen“. Setzen Sie dann im „Entwickeln“-Modul das Häkchen bei „Profilkorrekturen aktivieren“ und wählen Sie anschließend über das Menü oben links „Entwickeln, Standardeinstellungen festlegen…“ aus. Klicken Sie dann auf „Auf aktuelle Einstellungen aktualisieren“. Dadurch ändert Lightroom das Profil für die Kamera, mit der Sie das Foto aufgenommen haben. Wenn Sie mit mehreren Kameras arbeiten, führen Sie diesen Schritt mit Bildern jeder verwendeten Kamera aus.

Bei künftigen Importen erledigt Lightroom die Objektivkorrektur dann automatisch. Das kann auf langsamen Rechnern aber zu einem Performance-Einbruch führen, weil ja jedes einzelne Bild bearbeitet werden muss. In diesem Fall setzen Sie die Änderung über „Entwickeln, Standardeinstellungen festlegen…“ und einen Klick auf „Adobe-Standardeinstellungen wiederherstellen“ zurück.

Canon Powershot S95: Das bessere Handbuch

Nachdem ich vor einer Weile bei einem Abstieg im Karwendel den Fehler gemacht habe, mich auf meine geliebte Ixus zu setzen und dabei das Display dauerhaft zu beschädigen, habe ich mir eine Canon Powershot S95 gekauft. Die Kamera ist wirklich winzig, lässt sich dadurch immer mitnehmen, und macht doch erstaunlich gute Fotos.

“Photographer’s Guide to the Canon Powershot S95″ von Alexander S. White

“Photographer’s Guide to the Canon Powershot S95″ von Alexander S. White

Wenn man aber faul ist und das reichlich trockene PDF-Handbuch nicht lesen will, schöpft man das Potenzial der S95 bei weitem nicht aus. Deshalb habe ich mir vor ein paar Wochen das einzige Sekundärhandbuch zur S95 gekauft, das es auf dem Markt gibt: “Photographer’s Guide to the Canon Powershot S95” von Alexander S. White.

Wie man am Namen schon merkt, ist es englischsprachig. Wen das nicht stört, der bekommt mit dem im Eigenverlag gedruckten Werk ein ausführliches Handbuch zu seiner S95, in dem Schritt für Schritt alle Einstellungen erläutert werden. Obwohl die Menüs der Kamera, wie von Canon gewohnt, eigentlich sehr klar strukturiert sind, übersieht man doch einige Funktionen, die White aber alle durcharbeitet. Wo nötig, ergänzt er seine Beschreibung mit praktischen Tipps und Fotos. Letztere sind allerdings etwas zu klein geraten.

Obwohl ich jetzt selbst schon ein halbes Jahr mit der S95 fotografiere, sind mir doch einige Funktionen entgangen. So habe ich etwa nie bemerkt, dass die Kamera im manuellen Modus rechts unten eine Skala einblendet, die mir beim richtigen Belichten hilft. Stattdessen hatte ich mich auf das Display verlassen. Auch den extrem praktischen Custom-Mode habe ich bislang übersehen.

Manchmal wird White etwas zu ausführlich, wenn er zum Beispiel gleich mehrere Möglichkeiten beschreibt, um in den Menüs zu navigieren. Auf der anderen Seite ist ihm hoch anzurechnen, dass er nicht seitenweise Standardthemen zur Digitalfotografie abhandelt, wie so viele andere „Handbücher“. Wenn es doch um Grundlagen geht, wie etwa bei der Beschreibung zum Einstellen des Weißabgleichs, dann bezieht sich White immer direkt auf die S95. Das liest sich sehr angenehm.

Was dem Buch allerdings leider fehlt, ist ein professioneller Lektor. So stört es immer wieder, dass die Hierarchie der Zwischenüberschriften im Text nicht eindeutig ist. Statt unterschiedlicher Schriftgrößen, verwendet White oft annähernd die gleiche Größe. Im Inhaltsverzeichnis ist die Unterscheidung dagegen klar. Auch ist es nicht schön, wenn auf einer Doppelseite zwei Mal das manuelle Einstellrädchen abgebildet ist, aber in unterschiedlicher Größe. Solche handwerklichen Fehler hätte man vermeiden können.

Nichtsdestotrotz bietet “Photographer’s Guide to the Canon Powershot S95″ durch seine klare Strukturierung wertvolle Hinweise und Tipps, mit denen man schnell mehr aus der S95 herausholt.

Das Buch gibt es für knapp 20 Euro als gedrucktes Taschenbuch bei Amazon oder für 10 Dollar als PDF-Datei direkt beim Autor.

Berghaus Yeti Insulated – Extreme Gamaschen für echte Männer

Berghaus Yeti Insulated Gamaschen Gamaschen sind eine feine Sache, wenn man nasses Gras oder tiefen Schnee durchwaten muss. Sie schützen die Hosen vor Nässe und sorgen dafür, dass kein Wasser oder Matsch von oben in die Schuhe fällt. Natürlich könnte man auch gleich Gummistiefel anziehen, aber wer will schon den ganzen Tag in Plastikmauken herumlaufen und Käsefüße riskieren – außer den Schweden, vielleicht.

Womit wir genau genommen nicht beim Thema wären, denn die „Yeti Insulated“ von Berghaus, die uns die Bergfreunde zum Testen zur Verfügung gestellt haben, haben mit den üblichen Gamaschen etwa so viel zu tun wie ein Düsenjet mit einem Damenfahrrad. Sie sind extrem – und das in jeder Hinsicht: Extrem wasserdicht und atmungsaktiv dank Goretex Pro Shell, extrem warm dank Primaloft-Füllung, extrem robust …, aber leider auch extrem schwer anzuziehen.

Ja, ihr habt richtig gelesen: Während man handelsübliche Gamaschen einfach bei Bedarf auf Tour anlegt, benötigt die Montage der Yeti Insulated alle Fähigkeiten, die einen echten Mountain Man ausmachen: Extreme Beharrlichkeit, extreme Kraft, extremen Erfindungsreichtum und extreme Frustrationstoleranz. Dazu kommt noch extreme Brutalität gegen das eigene Equipment, denn welcher feinfühlige Bergfex würde seine Gamaschen kochen und danach seine besten Schuhe mit Spülmittel einreiben, wie in dieser Bedienungsanleitung empfohlen:

 

 

Berghaus Yeti Insulated Gamaschen anlegen - erster Versuch Schuld an dem Problem ist die extrem feste und extrem kleine Gummisohle, die selbst in der XXL-Ausführung höchsten über einen Badelatschen Größe 36 passt, aber niemals über meine Hanwag Alaska Gr. 10,5!

Da mir leider keine der oben genannten Eigenschaften zu eigen ist und mir meine Freundin auch keinen ihrer Töpfe leihen wollte, um die Gamaschen stundenlang zu garen, habe ich versucht, die Dinger mit den Methoden eines Flachland-Weicheis über meine zweitbesten Schuhe zu bekommen.

Methode 1: Heißes Wasser!

Man koche 1,5 Liter Wasser oder so viel eben in den Kocher passt, gieße es in eine halbwegs hitzefeste Schüssel und packe die Sohle der Gamasche hinein. Nach 20 Minuten ziehe man sich Gummihandschuhe an, nehme die Gamasche wieder heraus und versuche sie über den Schuh zu ziehen.

Berghaus Yeti Insulated Gamaschen anlegen - Heißwassermethode Ergebnis: Geht etwas besser als vorher, der Schuh bleibt aber immer noch irgendwo in der Mitte der Gamasche stecken.

Methode 2: Warmer Ofen

Man packe die Gamasche an einen warmen Ort – in meinem Fall war das ein gut geheizter Kachelofen – und lasse sie dort eine halbe Stunde aufwärmen.

Ergebnis: Auch ein bisschen besser als die Kalt-Methode. Macht weniger Dreck als die Wassermethode und Gummihandschuhe braucht man auch nicht. Die Gamasche ist aber nach wie vor nicht über den Schuh zu bekommen.

Methode 3: Geduld und Spucke

Man weiche die Gummisohle mit einer der oben beschriebenen Methoden, ziehe die Gamasche so weit über den Schuh wie es, geht und lasse das Ganze stehen – nicht ohne alle halbe Stunde mal ein bisschen nachzuziehen. Den Gleitprozess kann man mit Spucke beschleunigen – oder mit Schuhfett.

Ergebnis: Der Mund wird trocken – die Gamaschen bleiben, wo sie sind, vulgo: nicht überm Schuh!

Methode 4: Nur föhnen ist schöner

Man ziehe sich ins Bad zurück, damit die Freundin nicht gleich mitbekommt, was man mit ihrem heiligen Fön vorhat, und blase auf voller Stufe gegen die Gamasche, bis diese zu glühen beginnen.

Ergebnis: Nach kurzer Zeit löst die Sicherung des Föns aus, die Gamasche zeigt sich unbeeindruckt.

 

Ich weiß, ich weiß – andere schaffen das doch auch, manche sogar im Feld und mit ziemlich schnöselig klingendem englischen Akzent.

 

 

Ich geben mich jedoch geschlagen – die Yeti Insualed Gamaschen von Berghaus sind einfach was für echte Männer -und zu denen zähle ich mich ab heute definitiv nicht mehr …

Alle Bilder zum Gamaschen-Test:

Inook Freestep – leichte Schneeschuhe mit cleveren Details

Schneeschuhe Inook Freestep
  Schneeschuhe Inook Freestep
 
Ich gestehe es besser gleich: Eigentlich würde ich ja lieber Skitouren gehen. Da ich aber nicht Ski fahren kann und es angesichts fortgeschrittenen Alters und kaputter Kniegelenke auch nicht mehr lernen möchte, habe ich mich auf die beste Alternative zum Tourenski verlegt: den Schneeschuh.

In manchen Situationen ist er sogar die bessere Alternative, etwa bei Tiefschnee oder Harsch. Dank der großen Oberfläche und der metallenen Harschzacken lassen sich solche Verhältnisse leichter meistern als mit den schmalen Brettern. Auch steilere Hänge sind im Aufstieg per Schneeschuh schneller überwunden als mit Tourenski. Bergab kann man dann ja auf die von Andreas empfohlenen „Big Glider“ – im Volksmund auch „Arschplatten“ genannt zurück greifen. Das ist zwar nicht so elegant wie Tiefschneewedeln, macht aber auch Spaß.

Während für Skitouren eine fundierte Ski-Ausbildung Voraussetzung ist, kann man das Schneeschuh-Wandern in 5 Sekunden lernen: Einfach etwas breitbeiniger gehen, damit man sich nicht selbst auf die Schneeschuhe latscht – fertig. Wenn es dann noch gelingt, dem Tourenpartner weis zu machen, dass Vorausgehen und Spuren viel mehr Spaß macht als blöd in der gemachten Spur hinterher zu dackeln, hat man eigentlich schon alles zusammen, was man zum erfolgreichen Schneeschuh-Wandern braucht ;-) . Na ja, eine Lawinenausrüstung, mit der man auch umgehen kann, Stöcke und Gamaschen sind sicher auch nicht verkehrt.

Auch die Kosten für die Ausrüstung halten sich im Rahmen. Schneeschuhe gibt es schon ab 80 Euro, die restliche Wanderausrüstung hat ein echter Mountain Man sowieso schon. Wie immer bei Ausrüstung kann man natürlich auch mehrere 100 Euro für eines der Spitzenmodelle etwa von Tubbs oder MSR ausgeben.

Mit rund 200 Euro liegt der „Freestep“ von Inook, den mir die Bergfreunde für einen Test zur Verfügung gestellt haben, im mittleren Preissegment. Der französische Hersteller Inook war mir bisher kein Begriff, ist aber nach eigenen Aussagen die Nr. 2 in Europe und weltweit die Nr. 3 im Schneeschuh-Markt. Ob sich diese Zahlen auf die Menge der verkauften Schneeschuhe oder den Umsatz beziehen, verrät der Hersteller allerdings nicht.

Die Schneeschuhe sind mit nur einem Kilo Gewicht pro Paar sehr leicht, tragen aber laut Herstellerangaben trotzdem bis zu 110 kg Gesamtlast. Mit meinen 80 kg Lebendgewicht habe ich also viel Luft nach oben. Selbst einen schweren Trekkingrucksack könnte ich mitnehmen, ohne die Schneeschuhe zu überlasten. Natürlich sind solche Angaben immer auch abhängig von Schneeverhältnissen. In tiefem Pulverschnee sinkt man auch mit den besten Schneeschuhen tief ein und kommt nur mühsam voran.

Inook Freestep mit Tasche (im Lieferumfang enthalten) Die Inook Freestep werde in einer Tasche geliefert, was für Aufbewahrung und Transport sehr praktisch ist. Mit zwei Klettverschlüssen an einer Seite lässt sich die Tasche zum Beispiel an einem Rucksack befestigen. Ich fände es allerdings praktischer, wenn es an beiden Schmalseiten der Tasche Befestigungsmöglichkeiten gäbe. Dann ließe sie sich flexibler und vor allem stabiler am Rucksack befestigen.

Die Schneeschuhe selbst machen einen stabilen Eindruck. Vor allem die Bindung sieht sehr durchdacht aus. Bei meinen alten Tubbs war das Verstellen und Anpassen der Bindung dagegen eine elende Fummelei. Die Verarbeitung der eigentlichen Schneeschuhe könnte aber besser sein.

Plastiknasen an der Unterseite des Inook Freestep Bei genauer Betrachtung sieht man ziemlich viele Plastiknasen und nicht sauber abgeschliffene Bereiche. Dem Gesamteindruck tut das keine Abbruch, da die eher unschönen Bereiche auf der Unterseite des Schneeschuhs sind und nach einigen Touren sowieso von den Gebrauchsspuren überdeckt werden.

Bevor man die Schneeschuhe anzieht, muss man sich entscheiden, welcher der linke und welcher der rechte sein soll. Entsprechende Markierungen habe ich keine gefunden, allerdings ist die Bindung asymmetrisch, sie lässt sich mit einer orangeroten Ratsche auf einer Seite öffnen. Ich habe mal angenommen, dass das die Außenseite ist.

Inook Freestep - Bindung Nach diesem Entscheidungsprozess ist die Anpassung der Inook Freestep an die eigenen Schuhe schnell erledigt: Man schiebt die Fersenhalterung nach hinten, löst die Schnalle auf der Innen- und die Ratsche auf der Außenseite sowie die Riemen an der Zehenkappe. Dann steigt man in die Bindung, schiebt die Fersenhalterung nach vorne, fädelt die Ratsche wieder ein und fixiert den Schuh mit der Schnalle. Nun zurrt man die Bindung mit der Ratsche richtig fest. Das geht leicht, denn die Bindung zieht sich mit jeder Bewegung der Ratsche fester, ohne dass man viel Kraft aufwenden muss. Schließlich noch die die Zehenkappe festgezurrt – fertig. Die Bindung sitzt sehr gut und drückt nicht, einzig die Zehenkappe könnte etwas flexibler sein und sich besser an den Schuh anpassen.

Inook Freestep mit eingelegter Steighilfe Sehr durchdacht ist auch die Steighilfe. Sie lässt sich mit dem Stock lösen und wieder arretieren, ohne dass man die Schneeschuhe ausziehen oder mit den Händen daran herumfummeln müsste – ein großes Plus in hügeligen Gelände, wo sich die Steighilfe auch in kürzeren Abständen bequem aktivieren und wieder deaktivieren lässt. Beim Aufschnappen gibt es allerdings einen sehr lauten Knall. Wer also gerade Schneehühner beobachtet, oder sich an seinen Abendessen anschleicht, sollte die Steighilfe besser nicht bedienen. Auch ist der Winkel, der durch die Steighilfe erreicht wird, nicht sehr groß. Für sehr steile Hängen würde ich mir eine zweite Stufe mit steilerem Winkel wünschen.

Inook Freestep - Schneeklumpen an der Unterseite Dafür klappt das Traversieren einwandfrei. Die Schneeschuh bieten genügend Halt, um auch quer zum Hang gehen zu können. Durch die nach hinten offene Bauform bleibt wenig Schnee in den Inook Freestep hängen. Auch das U-förmige Profil sorgt dafür, dass man mehr Auftrieb hat und weniger durch den Schnee pflügt. Einzig die Querstreben an den Harschzacken und die wie Schienen geformte Unterkanten an den Seiten des Schneeschuhe erweisen sich als arge Schneefänger.

Fazit

Insgesamt bietet der Inook Freestep ein überzeugendes Verhältnis zwischen Preis, Gewicht und Belastbarkeit. Es gibt viele clevere Details wie die Steighilfe und die Bindung, die sich ohne Kraftaufwand festzurren lässt. Kleinere Mängel wie die zu starre Zehenkappe und die „Schneefänger“ auf der Unterseite lassen sich leicht verschmerzen.

Vor- und Nachteile nochmal im Überblick:

+ sehr leicht, trotzdem hohe Tragfähigkeit

+ durchdachte, sehr gut sitzende Bindung

+ die gewölbte Spitze und die offene Bauform sorgen für guten Auftrieb und wenig „Schneefang“

+ die Steighilfe lässt sich schnell arretieren und wieder lösen

- die Zehenkappe ist recht starr und passt sich nicht gut an den Schuh an

- der Winkel der Steighilfe ist recht klein

- in den Harschzacken und den u-förmigen Profilen an der Unterseite bleibt relativ viel Schnee hängen

Alle Bilder: